Grenzsteintrophy 2015 Tag 1

Nach einem ausgiebigen Frühstück versammelt sich alles pünktlich gegen 7:30 Uhr vor der Kleintierschänke. Nochmal ein paar Worte von Walter und dem örtlichen Bürgermeister, kurze Zeit später geht es los Richtung Grenze. Zuerst noch ein Stück Straße, doch bald biegen wir auf den Kolonnenweg, der noch gut mit Gras zugewachsen ist, und sich recht gut fahren lässt, aber trotzdem recht unbequem ist. An der Grenze wird noch auf ein paar Mitfahrer gewartet, die nicht in der Kleintierschänke übernachten haben, gegen 8:15 Uhr geht es los und die erste Fahrer starten. Um hier nicht schon zu viel Zeit zu verbummeln, fahre ich auch los.

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Kurz vor dem Start an der Kleintierschänke

Die ersten Kilometer verlaufen noch recht angenehm, keine steilen Steigungen, ab und zu mal kurz schieben, aber das hält sich in Grenzen. Ich werde nach und nach von Fahrern überholt, die nach mir gestartet sind, und es etwas eiliger haben. Was recht früh auffällt, die Lochplatte fordert volle Konzentration. Durch die Löcher zu fahren nervt extrem, viel gefährlicher wird es aber, wenn der Weg so zugewachsen ist, dass man die Seiten der Lochplatte kaum bzw. gar nicht erkennt. Kommt man von der Lochplatte ab, kann es ggf. einige cm runter gehen, vergleichbar mit einer Bordsteinkante.

Reifen vs Lochplatte

Reifen vs Lochplatte

Einige haben recht früh Probleme, ein Teilnehmer kommt mir entgegen, sucht sein Handy, etwas später treffe ich auf Falk und Markus, die ich auf der Hinfahrt schon kennengelernt hatte. Bei Markus ist an einem Reifen die Flanke aufgerissen, ich helfe mit etwas Panzertape aus, und fahre mit Falk weiter. Markus will nach Hof, einen Radladen aufsuchen. Was ich sonst noch mitbekommen habe: Gerissene Strebe am Sattel, Avid BB7 bei der die Bremsbeläge herausfallen…

Gegen 11:00 Uhr erreiche ich Mödlareuth, ein Dorf, dass keiner kennen würde, wenn nicht die Grenze mitten hindurch verlaufen wäre. 3 Reisebusse, eher älteren Leute, stehen auf einem Parkplatz vor dem Freilichtmuseum. Ich gönne mir am Imbiss eine Apfelschorle und Thüringer, danach geht es weiter. Irgendwann stehe ich kurz vor einer Brücke, über die die Strecke verläuft. Aber leider geht es nicht weiter, die Brücke ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Ich suche am Navi nach einer Möglichkeit das Ganze zu umfahren, gucke mich dumm um, irgendwann sieht mich ein Arbeiter, winkt und ruft: „Wenn du an die Ostsee willst, musst du hier drüber.“ Glück gehabt, ich quetsche mich an einem Fahrzeug vorbei, und schiebe vorsichtig über die Brücke. Hinter mir kommen Wolfgang und ein weiterer Mitfahrer auf einem Fatbike.

Ausnahme für die GST-Teilnehmer

Ausnahme für die GST-Teilnehmer

Am späten Mittag erreiche ich Blankenstein, das durch das Ende (oder den Beginn, je nachdem wie man läuft/fährt) des Rennsteigs bekannt ist. Dort gibt es die erste Einkaufsmöglichkeit direkt an der Strecke, vor dem Supermarkt tummeln sich einige Fahrer, und nutzen wie ich die Gelegenheit zur Pause und zum Einkaufen. Ich fahre später mit Peter weiter, der die ersten ca. 120 km gescoutet hat, nun folgen die ersten doch recht steilen Anstiege. Hier erfährt man, was man am Vortag oft genug gehört hat, der Weg folgt stur der Grenze, und nimmt keine Rücksicht bei Anstiegen bzw. Abfahrten. Irgendwann folgt ein gefühlt nicht endendes Stück Lochplatte, ich fahre nochmal zu Peter auf, doch dann passiert es. In einer Abfahrt nehme ich erst gefühlt alle Löcher mit, und komme von der Platte ab. Meine Bremsen funktionieren zum Glück gut, ich hoffe sogar kurzzeitig, dass Rad noch halbwegs sicher zum Stehen zu bekommen, aber dann mache ich den Abflug, Kopf über zur Seite in den Graben. Ich kämpfe mich durch ein paar Tannen zurück auf den Weg, der Lenker steht schief, aber sonst scheint alles ok. An mir spüre ich erstmal nur eine Schürfwunde am Schienbein, scheint nochmal alles gut gegangen zu sein. Beim Lenker richten, werde ich von riesigen Bremsen „angegriffen“, und stelle dummerweise fest, dass ich den Tacho verloren habe. Den finde zum Glück an der Stelle, an der ich im Unterholz gelandet bin. Um mich nicht weiter den Bremsen auszusetzen, fahre ich schnell weiter.

Lange, steile Abfahrt und direkt folgender Gegenanstieg

Lange, steile Abfahrt und direkt folgender Gegenanstieg

Später erreiche ich in einem Tal ein schönes Plätzchen, inkl. einer kleinen Hütte. Neben der Schürfwunde habe ich an beiden Oberschenkeln noch 2 schöne Prellungen abbekommen, und der Rücken schmerzt ein wenig. Glücklicherweise nichts, was mich bisher am Weiterfahren hindert. Wie ich später von Mitfahrern erfahre, gab es an der Hütte sogar gekühltes Bier für müde Wanderer, das habe ich vor lauter Wunden lecken gar nicht mitbekommen. Allerdings hätte ich davon eh nichts getrunken, da bin ich recht konsequent, das wohlverdiente Bier gibt es erst nach der Tour.

Etwas überrascht bin ich, als ich von Markus überholt werde (Reifenpanne), ich bekomme etwas Panzertape zurück, und dann ist er auch schon wieder verschwunden. Er ist deutlich schneller unterwegs als ich. Am Nachmittag fährt Wolfgang wieder zu mir auf, und wir fahren die restliche Zeit zusammen, wir wollen noch bis nach Lauenstein, dort sind bei den GST-POIs 2 Hotels eingezeichnet. Am frühen Abend überqueren wir eine Straße, und biegen direkt wieder in den Wald, dort auf einem Parkplatz stehen 2 Autos, es sitzen ein junger Mann und eine Frau dort. Wir hören nur sowas wie, „schon wieder 2 bepackte Mountainbiker, was ist denn hier los?“ Wir klären die beiden kurz über die GST auf, und bekommen den Hinweis, dass Lauenstein nicht mehr weit ist. Dort treffen wir gegen 19:30 Uhr ein, das erste Hotel hat keine Zimmer mehr frei, man empfiehlt uns einen Ort, der uns zu weit vom Track entfernt ist. Wir fahren das 2. Hotel im Ort an, was mit einem heftigen Anstieg verbunden ist, hier ist leider niemand anzutreffen. Also fahren wir weiter, und stellen uns schon auf eine Nacht im Freien ein. Kurz vor Ortsausgang ist draußen an einem Haus noch eine Frau am Arbeiten, und Wolfgang kommt zum Glück auf die Idee, nach Wasser zu fragen. Wir bekommen Wasser, kommen ins Gespräch: „Und wo übernachten sie?“ – Schulterzucken, „Mal sehen, was gleich noch so kommt.“ – „Also ich hätte unten noch eine Ferienwohnung, ich müsste die Betten noch beziehen und saugen.“ Saugen war nicht nötig, und wir hatten tatsächlich noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Wir bekamen sogar noch Bier, das Angebot, uns am nächsten Morgen Brötchen mitzubringen nahmen wir ebenfalls dankend an.

Aussicht von unserer FeWo

Aussicht von unserer FeWo

Gegen 22:00 Uhr liege ich im Bett, ziemlich fertig, und trotz der dicken Bettdecke ist mir erstmal kalt…

Tagesbilanz: Gesamtzeit 12:50, Fahrzeit 10:08, Distanz 115 km, Anstieg 2518 hm, Gesamtschnitt 9 km/h, Schnitt in Fahrt: 11,4 km/h

Weitere Fotos gibt es bei Flickr.

01 Strecke

Strecke

01 Hoehenprofil

Höhenprofil

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