Grenzsteintrophy 2015 Tag 9

Im Zelt schlafe ich nicht ganz so gut, wie die Tage davor im Bett, die Bundesstraße in der Nähe sorgt zusätzlich für etwas Lärm, aber immerhin ist es auf dem Boden angenehm weich. Die Übernachtung auf hartem Boden in der Kleintierschänke lässt mich doch mit einer etwas komfortablere Isomatte liebäugeln…. Ich stehe um kurz vor 6 Uhr auf, es ist recht kühl, aber beim Zeltabbau und zusammen packen ist man immerhin etwas in Bewegung, gefrühstückt wird parallel dazu. Wolfgang will noch etwas liegen bleiben, ich breche um 7:00 Uhr auf. Das Wetter scheint heute wieder gut zu werden, und die Strecke lässt sich recht gut fahren, bis auf den Brocken sind es noch gut 50 km, vorher geht es über den Wurmberg. Nach ein paar Kilometern stelle ich auf Sommer um, Bein- und Armlinge aus, und auch die Sealskinz müssen heute nicht sein.

Skisprungschanze auf dem Wurmberg

Skisprungschanze auf dem Wurmberg

Am frühen Mittag wird langsam das Wasser knapp, an einem Cafe das mitten im Wald als POI eingezeichnet ist, habe ich kein Glück, also biege ich vor dem Anstieg auf den Wurmberg noch nach Braunlage ab. Dort nutze ich die Gelegenheit direkt zum Einkaufen. Der Anstieg zum Wurmberg wird abwechselnd fahrend und schiebend zurückgelegt. Parallel zu den Wegen sind ein paar MTB-Strecken angelegt, sieht nach einem Bikepark aus. Es begegnen mir auch ein paar andere Biker, aber das Volk hier scheint recht unfreundlich, jedenfalls werde ich nicht zurückgegrüßt. Das letzte Stück den Wurmberg hoch, kann ich fahren, ich mache kurz einen Abstecher an den Fuß der Skisprungschanze, ziehe mich etwas wärmer an, die Sonne will sich noch nicht richtig durchsetzen, und gehe die Abfahrt an. Diese ist recht schlammig und verwurzelt, der auf dem Navi eingezeichnete Weg parallel zum Track entpuppt sich als Kolonnenweg, aber der fährt sich besser. Als mir eine junge Frau in einem Seat (Ibiza oder Leon) entgegen kommt, gucke ich etwas erstaunt, damit hatte ich hier nicht gerechnet.

Brockenbahn

Brockenbahn

Nun geht es langsam den Brocken hoch, erst noch ein steileres Stück Kolonnenweg schieben, aber dann geht es parallel zur Brockenbahn auf einem Weg, den man ganz gemütlich fahren kann. Was hier an Menschenmassen rumläuft ist ein krasses Kontrastprogramm, zu den letzten Tagen. Das letzte Stück wird auf der Straße zurückgelegt, es wird nochmal steil, aber dank des Asphalts problemlos fahrbar. Das Wetter ist gut, aber die Menschenmassen hier laden nicht wirklich zum verweilen ein, ich ziehe mir 2 Banane rein, komme noch kurz mit einer Frau ins Gespräch, aber nach 15 Minuten auf dem Gipfel reicht es mir, jetzt geht es wieder runter. Auf der Abfahrt auf der anderen Seite geht es über den Kolonnenweg, hier ändert sich das Bild schlagartig, ein paar Meter unterhalb des Gipfels begegne ich vielleicht noch einer Handvoll Menschen. Die Abfahrt ist nicht ohne, immer wieder ein paar steile Stücke, an manchen Stellen tun sich zwischen den Lochplatten mehr oder weniger große Zwischenräume auf, wenn man dort mit vollen Tempo reinfährt… Ich bin aber eher langsam unterwegs, 2 Stürze reichen, und halte ab und zu mal an, Fotos machen, etwas Kraft tanken. Ohne Federgabel ist so eine lange Abfahrt eine ganz andere Herausforderung. Kurz vor der Eckertalsperre wird es besonders lustig, erst ein besonders angenehmer Wurzeltrail, danach ordentlich große Steine auf dem Weg direkt an der Talsperre. Das muss nach 1 Woche Lochplatte eigentlich nicht sein, vermutlich wollte uns der Scout zeigen, wie angenehm die Lochplatte doch ist.

Ein letzter Blick zum Brockengipfel

Ein letzter Blick zum Brockengipfel

Nachdem es über die Staumauer geht, gibt es an einem kleinen Brunnen frisches Trinkwasser, das Wasser läuft allerdings so langsam, dass das Auffüllen meiner Trinkblase ewig dauert. Nach einem kurzen Stück Straße geht es nochmal einen anspruchsvollen Trail runter, teilweise mit Schieben. Unten angekommen geht es ein wirklich schönes Bachtal entlang, der Abstieg hat sich gelohnt. Die nächsten Kilometer rollt es wirklich gut, es geht immer noch leicht bergab, kurz vor Stapelburg wieder ein nicht so schöner Wurzeltrail, der plötzlich endet, so dass man sich seinen Weg durchs Gebüsch schlage muss. Danach geht es eine Weile sehr gut, bis ich etwas später mitten in der Pampa stehe. Ganz normale Grenzsteintrophy… Zwischendurch meldet sich Wolfgang, er müsste eine knappe Stunde hinter mir sein. Wir besprechen, dass wir in Hornburg nach einer Übernachtungsmöglichkeit gucken, da danach erstmal nicht so viel kommt. Kurz vor Hornburg kommt ein kleiner Anstieg, nachdem es heute den Wurmberg und Brocken hoch ging, entpuppt sich dieser als echte Herausforderung. In Hornburg steuer ich an ein paar Hotels vorbei, erstmal die bei den POIs eingezeichnete Pension aufsuchen, die ist sogar Bett und Bike Betrieb, Zimmer sind noch genügend frei.

Abfahrt vom Brocken, zum Glück liegen die Lochplatten quer.

Abfahrt vom Brocken, zum Glück liegen die Lochplatten quer.

Prinzipiell hätte ich durchaus noch 2 Stunden fahren können, aber ich befürchte, ab jetzt wird es doch ziemlich flach. Und nach einer Nacht im Zelt ist eine kleine Pension, in einem kleinen schönen Ort auch nicht schlecht. Ich nutze die Zeit, um meine Klamotten zu waschen, muss auch mal sein. Abendessen gibt es beim Griechen, da die Pizzeria gerade schließen wollte.

Weitere Fotos gibt es bei Flickr.

Tagesbilanz: Gesamtzeit 11:20, Fahrzeit 8:54, Distanz 97,3 km, Anstieg 1713 hm, Gesamtschnitt 8,6 km/h, Schnitt in Fahrt 10,9 km/h, das erste Mal seit dem ersten Tag trockene Schuhe/Füße…

Strecke

Strecke

Höhenprofil

Höhenprofil

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2 Gedanken zu “Grenzsteintrophy 2015 Tag 9

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