Grenzsteintrophy 2015 Fazit

Strecke

Zur Strecke im Detail habe ich ja schon einiges in den Berichten der einzelnen Etappen geschrieben. Mir fallen spontan 2 Stellen ein, die man meiner Meinung nach anders hätte gestalten sollen (Steinbruch, Unterholz an Tag 5). Jemand der sich als einer der ersten durch das Gestrüpp kämpfen musste, sieht das ggf. anders.
Aber sonst, alles machbar. Ok, es war heftig, steile Anstiege/Abfahrten, die es auch ohne Gepäck bzw. ohne Fahrrad in sich gehabt hätten. Teilweise ging es bei mir nur 5 – 10 m schieben, kurze Pause, wieder ein Stück schieben, etc.
Es gab ein paar Ecken, da musste man das Rad tragen, auch darüber kann man diskutieren. Mit Gepäck natürlich nicht schön, aber es ging, und aufs Gepäck hat man nun mal selbst Einfluss.
Ich würde gerne wissen, wie viel Zeit (bzw. Strecke) ich insgesamt mit Schieben verbracht habe. Gefühlt war es viel, aber nie wirklich lange. Also vielleicht maximal 30 Minuten am Stück schieben, meistens eher kürzer, diese kurzen, steilen Rampen.
Die Lochplatte selbst gab es in sämtlichen Variationen, von gut fahrbar, bis verdammt ich hasse dich… 4 Reihen Löcher, 3 Reihen Löcher, 3 Löcher, gar keine Löcher. Prinzipiell fand ich die flachen oder nur leicht ansteigenden Abschnitte am unangenehmsten. Auf einem normalen Weg kann man hier noch gut Tempo machen, aber auf schlecht fahrbarer Lochplatte geht es auf die Knochen. Richtig bergauf ist man so langsam, dass die Löcher nur bedingt ein Problem sind, oder man muss schieben, bergab kann man schön im Stehen fahren, und die Schläge durch Arme und Beine abfangen.

Fitness/Körper

Abgesehen von meinem Sturz am ersten Tag, hatte ich keine ernst zu nehmende Probleme. Die kürzeste Etappe war gut 60 km (Regentag), die längste 115 km, die Höhenmeter variierten zwischen 1000 und 2500 hm pro Tag, im Sattel saß ich 7 – 12 Stunden inkl. Pausen. Prinzipiell hatte ich damit keine Probleme, allerdings hatte ich nach dem langen 1. Tag Probleme zur Ruhe zu kommen, am 8. Tag, als wir bis 21:00 gefahren sind, war das aber kein Problem. Morgens waren die Beine Anfangs etwas schwer, aber nach den ersten Anstiegen/Kilometern habe ich davon nichts mehr gemerkt.
Ansonsten waren die langen Distanzen/vielen Höhenmeter kein Problem, letzteres sicher auch wegen des vielen Schiebens. Die Erfahrung habe ich auch vorher schon gemacht, wenn ich versuche jeden Anstieg zu fahren, fangen die Oberschenkel irgendwann an zu zwicken, bzw. ich bekomme Krämpfe, wenn ich nur lang genug fahre. Zwischendurch mal ein (steiles) Stück schieben schafft da Abhilfe, und viel langsamer ist man auch nicht.

Material/Fahrrad/Ausrüstung etc.

Ich gebe zu, eine Federgabel habe ich durchaus vermisst, vor allem auf den o.g. eher flachen Abschnitten, und auf der langen Abfahrt vom Brocken. Aber ansonsten würde ich für so eine Tour wieder zum Salsa Fargo tendieren, einfach aufgrund der vielen Optionen. Die untere Griffposition am Dropbar Lenker wurde nach jeweils ca. einem halben Tag eher unangenehm, aber die verwende ich eh nur, wenn’s technisch oder steil wird. Hier ist etwas Training angesagt, aber vom Fahrgefühl ist diese Position entgegen erster Annahmen gerade im Gelände sehr gut. Auch den Gepäckträger mit Packsack würde ich einer Satteltasche wie der Viscacha von Revelate Designs vorziehen (sowas ist auch in meinem Besitz). Das hält einfach besser, und wenn man schon Gepäckträgerösen hat…
Die Protection Variante der Reifen hat gehalten, keinen einzigen Plattfuß. Und bei dem Gewicht das man eh mit sich rumschleppt, macht das auch kaum einen Unterschied. Beim nächsten Mal bleiben eben die Ersatzschläuche zu Hause ;-).
So eben gehalten hat der Getränkehalter an der Unterseite des Unterrohrs, hier muss ich mir was anderes einfallen lassen. Ob ein Halter aus Plastik besser hält? Außerdem hatten diese PET Flaschen nach 1 – 1,5 Tagen ein Loch. Glücklicherweise habe ich es immer bemerkt. Irgendwann habe ich eine passende stabile Pfandflasche aus Plastik kaufen können (Mehrwegflasche). Im Discounter gibt es sowas nicht.

Flaschenhalter

Immerhin, er hat gehalten

Wie lange das noch gut gegangen wäre?

Wie lange das noch gut gegangen wäre?

Viele Gedanken habe ich mir vorher auch ums Schuhwerk gemacht. Jemand der mit Plattformpedalen fährt, sollte am besten Wanderschuhe tragen… Ich fahre mit Klickpedal, und hatte die Wahl zwischen einem wasserdichten Shimano Schuh, und einem Mavic, der etwas luftiger ist, gerade im Sommer angenehmer als der Shimano. Beides Tourenschuhe, laufen ist also mit beiden kein Problem. Ich habe mich für den Mavic entschieden, weil er im Sommer angenehmer ist, außerdem mag ich es nicht, wenn der Shimano bei Dauerregen mit Wasser vollläuft. Wasserdicht ist wasserdicht, trotz Gore Tex und co. Für Regen hatte ich wasserdichte Kniestrümpfe mit. Das hat sich soweit bewährt, abgesehen vom 1. Tag und den letzten beiden Tagen waren meine Schuhe zwar ständig nass, kalte Füße gab es an den Regentagen aber keine. Über Nacht sind die Schuhe auch fast vollständig getrocknet, aber sobald es wieder durch hohes nasses Gras ging… Einziges Problem mit den wasserdichten Strümpfen, man muss sie beidseitig trocknen. Ich denke, von den Dingern lege ich mir noch mindestens ein weiteres Paar zu, dann allerdings nur so lang, dass sie eben über den Knöchel gehen.
Was das Gehen in dem Schuh angeht, gibt es definitiv Verbesserungspotential, darauf werde ich beim nächsten Schuhkauf noch besser achten, aber so wirklich testen kann man es im Laden eh nicht. Jedenfalls habe ich mir keine Blasen o.ä. gelaufen.

Gepäck hatte ich natürlich zu viel dabei, aber lieber so wie umgekehrt. Ein paar Klamotten (2. Bike-Garnitur) bleiben das nächste Mal zu Hause, aber abends, nach der Tour, hätte ich für draußen durchaus auch noch was Langärmliges gebrauchen können… Ich muss auf jeden Fall versuchen, noch mehr Sachen am Rad zu verstauen, um auf den Rucksack zu verzichten. Ggf. noch einen kleinen Rucksack für Einkäufe, der aber, wenn er leer ist hinten auf dem Packsack befestigt werden kann.

Die Technik hat gehalten, meinem Garmin GPSMap haben Dauerregen und Gerüttel nichts ausgemacht. Auch bei meinem Sturz hat die Lenkerhalterung das Gerät am Lenker gehalten, im Gegensatz zu meinem Tacho. Die Lithium Batterien fürs Navi waren schon toll, schön leicht, und ich bin mit 8 problemlos 10 Tage gefahren. Die Umwelt erfreut das aber weniger, daher tendiere ich weiterhin eher zu Akkus und Ladegerät. Wenn es mal wirklich um den Platz fürs Ladegerät und Gewicht geht, sicher eine Alternative. Wolfgang hat pro Tag 2-4 normale Batterien verbraucht, da sind 2 Lithium Batterien für 2 – 3 Tage sicherlich besser. Grundsätzlich spiele ich auch mit dem Gedanken, mir ein Vorderrad mit Nabendynamo zuzulegen, dann könnte ich alles unterwegs Laden, und bin noch unabhängiger. Die Navigation hat prima funktioniert, abgesehen von ein paar GPS-Ungenauigkeiten, die man schon mal hat. Aber sonst war es auf dem Kolonnenweg i.R. einfacher wie sonst, wenn ich unterwegs bin, weil es oft eben nur diesen einen Weg gab. Da hat man anderswo in freier Wildbahn schneller einen falschen Abzweig o.ä. genommen.

Die wichtigste Frage, würde ich die GST nochmal fahren?
Definitiv ja, schon allein, um mal die komplette Strecke zu fahren. Aber es hat schon auch Spaß gemacht.

Eine nette kleine Rückschau mit Finisherliste und Stimmen der Teilnehmer gibt es hier: http://overnighter.de/2015/08/gst-2015/

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2 Gedanken zu “Grenzsteintrophy 2015 Fazit

  1. siggi schreibt:

    Ich war mit einem 26 Zoll MTB, Federgabel und Cane/Creek/Thudbuster/ST Sattelstütze unterwegs.
    Ich bin auf dem Gebiet noch Anfänger.

    Mein Fazit für diese GST-Variante:

    Federgabel, auf jeden Fall.
    Sattelstütze, auf jeden Fall nur diese.
    Flaschenhalter am Unterrohr hatte ich nicht. Der stört, meiner Meinung nach, beim Heben über die Baumstämme.
    Ich hatte eine 3 Liter Trinkblase im Rahmendreieck.
    Eine 13 Liter Gepäckrolle, Isomatte und Biwaksack hing am Lenker.
    Am Sattel hatte ich eine 2 Liter Ortlieb Satteltasche.

    Diese Gewichtsverteilung fand ich für die vielen Hebe- und Schiebepassagen als Vorteil.
    Es war auf jeden Fall alles dabei so, dass ich immer an der Strecke schlafen konnte.

    Regensachen, egal in welcher Form, hatte ich keine dabei. Habe ich übrigens nie dabei wenn ich auf langen Events unterwegs bin. Ich fahre einfach weiter wenn es regnet.

    Schuhe hatte ich Diadora X-Trail MTB – absolut perfekt.

    Navi war ein Etrex Vista HCX- Batterietausch immer nach 1,5 Tagen.

    Alles in Allem hat das so gepasst. Ich habe mich auf der ganzen Tour relativ wohl gefühlt. Der Gedanke die Tour frühzeitig zu beenden ist mir zu keinem Zeitpunkt in den Sinn gekommen.

    Mache ich es noch mal?
    Keine Ahnung.

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  2. Die Trinkblase hatte ich auch dabei, in der Rahmentasche. Die Flasche ist als Reserve, bei der Trinkblase achte ich nicht so sehr drauf, wie viel noch drin ist, und plötzlich ist sie leer. Außerdem finde ich für manche Dinge ist Wasser in der Flasche praktischer.
    Ob ich komplett auf Regensachen verzichten kann weiß ich nicht. Etwas gegen nasse, kalte Füße bräuchte ich schon, dazu eine kurze Regenhose. Auf die Regenjacke könnte ich am ehesten verzichten. Bei den Temperaturen im Sommer tut es meistens eine Weste und ggf. Armlinge. In der Jacke wird es i.R. viel zu warm.

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