Grenzsteintropy 2016

Das Fertigstellen des Berichts zur GST 2016 hat sich ähnlich lang gezogen, wie die Etappen nach dem Brocken. Bei dem guten Wetter habe meine freie Zeit lieber auf dem Rad, als vor dem PC verbracht. Wenn ich dann noch bei Facebook und Co zur GST 2016 Sachen wie „großes Schweigen“ gelesen habe, hat das auch nicht gerade zur Motivation beigetragen. Ist ja nicht so, dass man die Jahre zuvor mit Berichten überhäuft wurde. Aber irgendwann ist er dann doch fertig geworden…

Tag 0

Anreise wie letztes Jahr: EC Köln -> Stuttgart, IC Stuttgart -> Nürnberg, RE Nürnberg – Hof, Hof -> Kleintierschänke mit dem Rad. In Nürnberg traf ich auf zwei weitere Mitfahrer, so dass wir die ca. 18 km mit dem Fahrrad gemeinsam zurücklegen konnten. An der Kleintierschänke angekommen, bot sich ein recht mageres Bild, was die bisher anwesenden Mitfahrer anging. Etwa eine Handvoll hatte sich bisher eingefunden. Im Laufe des Abends stieg die Zahl der Mitfahrer auf ca. 20 Mann, die Kleintierschänken-Crew hatte aber für deutlich mehr geplant. Gunnar schreibt in seiner Zusammenfassung von 27 fürs BBQ angemeldeten Fahrern. (Dort steht auch, dass nur 14 gestartet sind. Ich habe den Freitag morgen nicht nach gezählt, aber ich würde sagen, dass wir mehr als 14 waren.)

 

Tag 1

Auf den Wetterbericht war verlass, Dauerregen war angekündigt, und es gab Dauerregen. Im Prinzip kam das Wasser von allen Seiten, oben, unten, vorne, hinten, links und rechts… Vor dem Start hielt Frank noch eine kurze Ansprache, seine Notizen hatte der Regen vermutlich schon verwaschen, viel mehr als ein Satz war es nicht, aber wozu auch, bei dem Wetter wollte ich eigentlich nur los.
Schnell war ich so nass, dass mir der Regen egal war, kalt war es nicht, und so war der Regen eher unterhaltsam. Mal schüttete es richtig extrem, mal stand das Wasser auf der Lochplatte zentimeterhoch, oder es floss einem wie ein kleiner Bach entgegen und manchmal konnte man mit der Strömung fahren.
Nachmittags gab es ein paar trockene Phasen, und sogar ein paar Sonnenstrahlen. Z.B. an der Hütte, an der es in einer Höhle Wasser und Bier gibt. Dort kam ich zusammen mit Frank und zwei weiteren Mitfahrern an, wir gönnten uns jeder ein Bier und etwas Sonne, bis wir wegen weiterem Regen in die Hütte gingen. Mit Marco und Stefan kamen zwei weitere Mitfahrer an der Hütte an, wir besprachen kurz die Übernachtungspläne, ich war mir mit Marco und Stefan einig, dass eine Pension o.ä. schon nicht schlecht wäre. Währenddessen schraubte Frank an seinen Bremsen herum, wegen des Regens unter dem Vordach der Hütte. Das Unglück war schnell passiert, eine Schraube fiel runter, durch einen Spalt der Holzbohlen und war weg. Die ersten Versuche an die Schraube zu kommen scheiterten kläglich, es wurden schon die Fahrräder gecheckt, ob eine passende Schraube irgendwo überflüssig war, und Ersatzteiltüten durchsucht. Bei einem genaueren Blick auf eine Holzbohle kam die Lösung: 2 x Kreuzschlitz, 1 x Torx, das geht. Kurzerhand wurden 3 Holzschrauben gelöst, eine Bohle entfernt, und aus den Untiefen einer Lochplatte (als Fundament für eine Hütte können sie auch dienen) die verschollene Schraube gefischt. Wir hatten unseren Spaß, nach ein paar weiteren Handgriffen war die Bohle wieder fest. Die Pause dauerte natürlich viel zu lange, aber was soll’s.

IMG_0741.JPG

Hier mal mit der Strömung unterwegs

Ich erinnerte mich noch an einen Ort am Rennsteig, der nicht mehr so weit entfernt sein konnte. Am Rennsteig gibt’s immer Übernachtungsmöglichkeiten. In Grumbach angekommen in ein Gasthaus rein, alles belegt, „morgen ist Rennsteiglauf“ (es war der Rennsteigstaffellauf). Der Mann im Gasthaus fing an herumzutelefonieren und fragte in Nachbarorten, ob es noch etwas Freies gab, keine Chance. Marco und Stefan waren mittlerweile auch dazu gekommen. Nachdem das Herumtelefonieren erfolglos war, fuhren wir ein paar Meter zurück in eine Pizzeria. Dort saß schon Mitfahrer Thoralf, hinter der Theke wurde fleißig telefoniert, um ihm einen Schlafplatz zu organisieren. Er hatte Glück, im Nachbarort Brennersgrün war noch etwas frei. Ein paar Minuten später das OK für uns, wir können dort auch Übernachten, wir müssten uns nur „ein Zimmer teilen“. Wir aßen noch etwas und fuhren weiter nach Brennersgrün. Das Zimmer stellte sich als Ferienwohnung heraus, und es war genügend Platz für uns vier.

88,78 km und 1927 hm

Tag 2

Der zweite Tag verlief recht unspektakulär. Wir (Marco, Stefan, Thoralf und ich) beschlossen, erstmal zusammen weiter zu fahren. Zum Geld holen und einkaufen machten wir einen Abstecher nach Ludwigsstadt. Dort angekommen fing es gleich an zu regnen, so dass wir in einem Döner-Laden eine längere Mittagspause einlegten. Am Nachmittag verlief der Track kaum auf der Lochplatte, so dass es sich sehr angenehm fahren liess. Am späten Nachmittag erreichten wir Judenbach, Stefan erkundigte sich bei ein paar Einheimischen, wegen eines Restaurants o.ä. Uns wurde das Kulturzentrum (und Restaurant „Zum Forsthaus“) empfohlen. Als wir den Gastraum betraten, hörten wir vom Chef gleich so etwas wie: „Ihr müsst mir gar nichts über eure Tour erzählen, ich weiß alles. Eben war schon mal einer von euch da.“

IMG_0762.JPG

Blick ins Tal auf Burg Lauenstein

Beim Essen besprachen wir unsere Übernachtungspläne, eigentlich wollten wir noch weiter fahren, und irgendwo zelten. Ein eher spaßig gemeintes „hier vorne ist ja auch eine schöne, große Wiese zum Zelten“ bekam natürlich auch der Wirt mit. Seine Reaktion: „Kein Problem, ich lass euch die Tür auf, dann könnt ihr die Toilette benutzen.“ Marco wollte gerne noch weiter fahren. Etwas später bot der Wirt uns den Wintergarten zum Übernachten an, Isomatten vom Yogakurs inklusive, da war Marco schnell umgestimmt. Wer kann da nein sagen? Die Etappe endete dadurch eigentlich viel zu früh. Später holte der Wirt für uns noch ein paar Getränke von sich zu Hause, und eh wir uns versahen, waren wir allein im Restaurant. (Abgesehen von der Hochzeitsgesellschaft in dem benachbarten Gebäudeteil.)

60,41 km und 1500 hm

Tag 3

Mein Schlaf war recht unruhig, und ich wurde mit Halsschmerzen wach. Ausgerechnet jetzt krank werden? Gegen 7:30 Uhr starteten wir, auch die heutige Etappe war recht angenehm zu fahren. Nicht viel Lochplatte, und sehr wenige steile Rampen, so dass wir relativ gut voran kamen. Es gab den ein oder anderen technischen Stopp, um Bremsbeläge zu wechseln, aber sonst lief es ganz gut. Ich fühlte mich allerdings ziemlich bescheiden. Mittagspause gab es bei McDonalds bei Neustadt bei Coburg, ein ziemlicher Kontrast zur bisherigen Tour. Unglaublich, was an einem Sonntag mittag bei McDonalds los ist. Am Nachmittag erreichten wir den Autohof bei Eisfeld. Da ich ziemlich fertig war, und wir schon eine ganz annehmliche Kilometerzahl auf dem Tacho hatten, beschloss ich, im benachbarten Waldhotel einzuckecken. Eine Erkältung konnte ich nun gar nicht gebrauchen, da waren ein paar Stunden mehr Pause sicherlich nicht schlecht. Leider musste ich mich nach nur 1 1/2 Tagen von Marco, Stefan und Thoralf trennen, das hat echt ein riesen Spaß gemacht in der Gruppe. Auch wenn man gemerkt hat, dass man allein oder zu zweit besser voran kommt, was Pausen, technische Probleme o.ä. angeht. So hat es wesentlich mehr Spaß gemacht.

Am Hotel angekommen verzog ich mich schnell im Hotelzimmer und überlegte noch, was ich mache, wenn mich wirklich eine Erkältung für ein paar Tage außer Gefecht setzen würde. Ich sah mir noch den weiteren Verlauf des Tracks an, nicht allzu weit weg gab es zwei Bett und Bike Hotels, auf der Straße dürften das vielleicht 15, maximal 20 km sein. Das sollte mein morgiges Ziel werden, Notfalls wirklich die kürzeste Route über die Straße.

72,01 km und 1352 hm

Tag 4

Die Nase lief, und mir ging es noch etwas schlechter als gestern, aber ich hatte schon Schlimmeres erlebt. Ich fuhr erstmal nach Eisfeld, einkaufen und in eine Apotheke, ohne Nasenspray kann ich bei Schnupfen nicht vernünftig schlafen. Dann ging es zurück auf den Track, aber schon 10 km auf dem Tacho und kein Stück voran gekommen.

Der Plattenweg war auch heute recht gnädig, ich fuhr ganz gemächlich, auf dem Track insgesamt nur 30 km und machte dabei zwei Pausen, das Wetter passte zum Glück. Da im ersten Hotel nichts mehr frei war, musste ich das zweite ansteuern. Gegen 16:30 Uhr war ich auf dem Zimmer, später gab es noch Abendessen und etwas Weizenbier, das konnte alles gar nicht so schlimm sein mit der Erkältung. Zurück auf meinem Zimmer erblickte ich auf dem Nachbarbalkon Radklamotten. Dazu gleich mehr.

49,16 km und 728 hm

Tag 5

Wirklich fit war ich noch nicht, aber die normalerweise tödlich endende Männererkältung hatte mich wohl nicht erwischt. Beim Frühstücksbuffet begegnete mir noch GST-Mitfahrer Norbert, nach Schätzungsweise 2 Stunden hatte ich ihn eingeholt, und wir fuhren zusammen weiter. Insgesamt lief es bei mir wieder deutlich besser, bis zum Campingplatz in Irmelshausen sollte ich es schaffen können.
Am Nachmittag gab es noch ein paar heftige Passagen, aber gegen 17:30 Uhr erreichten wir dem Campingplatz. Pünktlich zum EM-Spiel von Deutschland um 18:00 Uhr. Dank der GST hatte ich bisher kaum was von der EM mitbekommen, dass Deutschland am Abend spielte, war mir gar nicht bewusst. Also gab es als Abendprogramm Currywurst Pommes Mayo, leckeres Bio Weizen und Fussball. Irgendwann am Abend kam der Chef vom Campingplatz vorbei, als Norbert sagte, dass er kein Zelt, sondern nur einen Biwaksack dabei hat, bot er uns an, in der Umkleide-Hütte des Badesees zu übernachten, nachts kommt eh keiner zum Baden und das hätten gestern schon mal 3 Radfahrer gemacht. Die 3 Radfahrer können eigentlich nur Marco, Stefan und Thoralf gewesen sein. Wir taten es ihnen gleich, und nahmen die Hütte. Dummerweise gefiel das Norberts Isomatte/Luftmatratze gar nicht, ihr ging die Luft aus.

86,26 km und 1755 hm

Tag 6

Am morgen war es schon recht schwül, vor 9 Uhr über 20 Grad. Der Tag wurde dann auch insgesamt sehr heftig. Ein paar wirklich fiese Stücke über die Lochplatte, Gewackel pur, dazu kurze steile Anstiege und ein paar längere… Wir hatten die Rhön erreicht, mit knapp 800 m ging es heute nochmal hoch hinaus. Unterwegs hatte ich ein paar Dejavus: mitten im Wald ein Bauwagen mit Bienenstöcken, hier hatten wir schon im Vorjahr den Weg gesucht und erst nach einiger Suche durch den Wald gefunden, dieses Jahr genauso. Dann eine recht lange Abfahrt, bis es irgendwann wieder auf die total zugewachsene Lochplatte ging, und natürlich der Steinbruch. Auch dieses Jahr war dort kein Weg (wo soll er auch plötzlich hergekommen sein). Diesmal entschied ich mich dazu, das Stück nicht zu umfahren, ein Fehler. Das Stück, was man von unten sieht, ist noch am besten zu schieben. Irgendwann steht man mitten im Busch, es ist so steil, da hätte man auch auf Asphalt kein Vergnügen. Zu allem Überfluss musste man sein Rad noch um Bäume, Sträucher, usw. wuchten.

img_0784

Typischer Verlauf des Kolonnenwegs

In Dippach bogen wir vom Track ab, um ein Hotel anzusteuern. Um ein paar Ecken im Ort herum, plötzlich saß dort ein erschöpfter Fahrer neben seinem bepackten Fahrrad. Sah nach GST aus, war aber nicht am Start dabei. Jemanden mit Irokesenschnitt und langem Vollbart übersieht man nicht so einfach. „Fahrt ihr die GST?“ kommt von ihm. Er war am Sonntag (wir hatten Mittwoch) hier gestartet, hatte am heutigen Vormittag abgebrochen und ist zurück zu seinem Auto, dass da neben im stand. Er befürchtete, „wie Ötzi zu enden“, wenn er alleine weiter gefahren wäre. Zumindest Frisur- und vor allem Barttechnisch könnte da eine gewisse Ähnlichkeit bestehen.
Sein Dialekt kam mir schon so bekannt vor, dann noch das dazugehörige Auto mit LDK-Nummernschild neben ihm, er war aus Herborn, also direkt um die Ecke vom südlichen Siegerland, meiner Heimat. So klein ist die Welt. Wir fuhren weiter nach Tann in eine Bett & Bike Pension, wo wir noch 2 Zimmer bekamen.

75,65 km und 1726 hm

Tag 7

Heute kündigte der Wetterbericht eine Hitzeschlacht an, morgens um 9 Uhr schon über 26 Grad, es wurde richtig heiß. Defintiv nicht mein Wetter. Ein paar üble Anstiege, schiebend durch hohes Gras, jedes Fleckchen Schatten wurde für eine kleine Verschnaufpause genutzt. Nachmittags kamen wir durch keinen Ort, keine Einkaufs- oder Essensmöglichkeit, irgendwann fuhren wir vom Track ab in einen kleinen Ort, vielleicht 5 Häuser bzw. Höfe, um Wasser nachzufüllen. Im ersten Hof war niemand anzutreffen, nebenan war aber eben die Postbotin, dort hatte ich Glück. Eine etwas merkwürdige Frau, in, ich nenne es mal Wohlfühl-Jogginganzug, rauchend neben der Haustür, der Aschenbecher war vor lauter Kippen kaum noch zu erkennen. Ihre erste Reaktion auf meine Frage nach Wasser: „Wasser habe ich nicht, aber sie können gerne was anderes haben.“ Ich dachte, jetzt bin ich in der DDR angekommen, kein fließendes Wasser, hake aber nach, und ergänzte, dass ich Leitungswasser meine. „Ah, das geht.“ Norbert bekam seine Flaschen ebenfalls aufgefüllt, und es konnte weiter gehen.
Weit kamen wir allerdings nicht, wir machten immer wieder Pausen, deutlich über 30 Grad, das machte kaum Spaß. Gegen 17 Uhr erreichten wir Point Alpha, dort gab es kalte Getränke. Wir besprachen das weitere Vorgehen, mir war es eigentlich immer noch zu heiß, und ich musste einkaufen. Das ging nur unten im Tal, und dann bei der Hitze wieder den Berg hoch? Wir beschlossen in Geisa eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Glück hatten wir allerdings keins, wir fuhren nach Schleid, dort hatte ich schon im letzten Jahr übernachtet.
Beim abendlichen Blick auf die Karte fiel mir die Kinnlade herunter. Der Ort bei Tann, wo wir übernachtet hatten, ist über die Straße maximal 15 km entfernt, und wir kämpften uns den ganzen Tag bei einer Affenhitze die ehemalige Grenze entlang…
(Nachtrag: gerade mal geguckt, es sind nur 11,4 km, vielleicht 30 Minuten mit dem Fahrrad…)

IMG_0800.JPG

Kurz vor Point Alpha

57,75 km und 1582 hm

 Tag 8

Da Monteure im Hotel übernachteten gab es schon ab 6 Uhr Frühstück, das schafften wir nicht ganz, aber um 7:45 Uhr starteten wir, bei deutlich über 20 Grad. In Geisa wurde noch kurz eingekauft, bevor es hoch zu Point Alpha ging. Ganz schön anstrengend zum Start, aber danach lief es bei mir sehr gut. Ich fuhr Norbert weg, in Vacha am Supermarkt machte ich Mittagspause, um auf ihn zu warten. Als er endlich kam, fuhr er trotz meines Winkens und Rufens einfach an mir vorbei. Ich packte zusammen und fuhr hinterher, aber er war nicht mehr zu sehen. Die Hitze wurde wieder ziemlich heftig, aber die Strecke war zumindest besser zu fahren. Langsam sah man, wie das für den Nachmittag/Abend angekündigte Unwetter von Westen heranzog, aber für uns gab es noch die volle Ladung Sonne. Am frühen Nachmittag gönnte ich mir eine etwas längere Pause, irgendwann kam tatsächlich Norbert an, den ich vor mir vermutet hatte. Er hatte in Vacha in einem Biergarten pausiert. Gegen 16 Uhr waren wir kurz vor Herleshausen, als der erste Donner zu hören war. Die letzten Meter nach Herleshausen rein stürmte es schon recht ordentlich, wir machten direkt das erste Hotel klar, und bevor es regnete waren die Fahrräder sicher und trocken verstaut. Es schüttete recht ordentlich, am Abend schien schon wieder die Sonne, als wäre nichts gewesen. Weiter nördlich hatte das Unwetter wohl heftiger zugeschlagen.

72,69 km und 1596 hm

Tag 9

Der Tag begann schwül und trocken, die ersten paar Kilometer ließen sich gut fahren, bis es irgendwann in die grüne Hölle ging. Ein recht langes Stück Lochplatte, immer wieder gut mit Grünzeug bewachsen, aber noch fahrbar, links und rechts vom Weg Büsche und Wald. Aber das schlimmste? Bremsen! (Nein, nicht die vom Fahrrad). Die Fliegen schwirrten um einen herum, saßen auf wenigen Quadratzentimetern nebeneinander auf Arm, Bein, Hand, Rücken, und bissen zu. Irgendwann schlug mir Norbert 6-7 Stück vom Rücken. Beim Fahren ging es noch halbwegs, aber beim Schieben war man die reinste Futterstelle für die Viecher. Ich versuchte, die Berge hoch zu rennen, fluchte laut und war kurz vorm durchdrehen. Bei kleinen Verschnaufpausen schlug ich aus Reflex nach jedem Grashalm, der mein Bein berührte. Der einsetzende Regen machte die Sache nicht besser. Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte der Regen auf, und die Natur spuckte mich wieder aus. Der Track kreuzte eine kleine Straße, dort setzte ich mich einfach hin, Pause, alles juckte, ich war klatschnass, das schlimmste Stück, dass ich jemals gefahren bin. Bremsen waren keine mehr zu sehen. Nach ein paar Minuten kam Norbert, noch ein kleiner Snack und wir setzten unsere Fahrt fort. Wir machten einen kleinen Abstecher zum Heldrastein (der Track biegt ca. 200 m vorher ab), auch dieses Jahr kein Glück mit dem Wetter, dementsprechend schlammig wurde die Abfahrt ins Werratal. Zurück auf der Lochplatte folgte der nächste Anstieg, plötzlich kam mir eine Gruppe Segways entgegen, die Fahrer guckten vermutlich genauso dumm wie ich: „Hier, mit dem Segway/Fahrrad?“ Irgendwann wurde es mir zu steil und ich schob, ein paar hundert Meter später merkte ich, dass mein Hinterreifen Luft verliert. Oben angekommen also ein kleiner Boxenstopp.

IMG_0823.JPG

Von diesen Hindernissen sollte es in den folgenden tagen noch einige geben

Den Rest des Tages liess es sich recht angenehm fahren, nicht mehr viel Lochplatte, ein kräftiger Regenschauer brachte eine angenehme Abkühlung, die Sonne hatte es zwischendurch gut aufgeheizt. Wir rollten am frühen Abend in Sickenberg ein, als es wieder richtig anfing zu Schütten und retteten uns in ein Bushäuschen. Norbert fragte im Hof Sickenberg ob noch ein Zimmer frei war, aber wie ich erwartet hatte, waren heute, am Samstag alle 4 Zimmer belegt. Die Besitzerin wollte uns aber nicht im Regen stehen lassen, wir konnten auf dem Heuboden übernachten, zum Waschen/Duschen den Gartenschlauch (bis wir soweit waren, war der Regen weg) und die Toilette benutzen. Brotzeit und Weizen zum Abendessen, und Frühstück am nächsten Morgen gab es auch.

70,8 km und 2078 hm

Tag 10

Die Nacht im Heu war erstaunlich gut, der Tag begann mit Sonnenschein und einem leckeren Frühstück draußen auf der Terrasse. Im ersten Anstieg kamen wir an einer Hütte vorbei und trafen endlich nochmal einen weiteren GST Fahrer, der dort übernachtet hatte. Wir redeten noch etwas, bevor wir weiter fuhren. Kurze Zeit später folgte der härteste Abschnitt des Tages, ein langer steiler Anstieg, zwar keine Lochplatte, aber aufgrund des Regens total schlammig, und na klar, es war schieben angesagt. Ansonsten lief es recht gut, ab und zu ging es durch die Pampa, es gab aber auch viele gute Wege. Auf den ersten 30 km kamen fast 1000 hm zusammen, nachmittags war sogar schon der Brocken zu sehen. Nach einer gemütlichen Pause fuhr Norbert wieder zu mir auf, die letzten Kilometer ging es zusammen bis Fuhrbach, wo wir im Hotel übernachteten.

IMG_0838.JPG

Der Brocken in sichtweite

74,98 km und 2053 hm

Tag 11

Morgens starteten wir recht früh, mit der Hoffnung am Nachmittag/frühen Abend noch den Brocken überqueren zu können. Bis auf wenige Ausnahmen lief alles sehr gut, es gab ein paar nicht ganz so schöne Abschnitte Lochplatte, an einer Stelle fehlte die Brücke über einen Bach. Mein Tretlager gab mittlerweile ziemlich komische Knarzgeräusche von sich, bis auf das Geräusch passte aber alles, es wackelte nichts, und die Kurbel drehte leichtgängig wie sonst auch. In Hohegeiss machten wir Mittagspause am Grenzimbiss, gegen 16:30 Uhr gingen wir in den Anstieg zum Wurmberg. Gegen 18:45 Uhr kamen wir oben auf dem Brocken an. Es war fast nichts mehr los, vielleicht noch eine handvoll andere Leute, wir konnten ungestört Gipfelfotos machen. Da ein recht kühler Wind wehte und es schon recht spät war, vertrödelten wir nicht allzuviel Zeit und nahmen die Abfahrt in Angriff. An der Eckertalsperre wurde es nochmal recht holprig (Wurzeltrail), die Abfahrt im Eckertal umso schöner.

wp_20160627_18_41_59_rich

Norbert machte telefonisch recht spät ein Hotel in Bad Harzburg klar, wir hatten uns eigentlich schon getrennt, da er ein Hotel suchen und ich zelten wollte, kurze Zeit später war er plötzlich wieder hinter mir. Ich konnte dem Gedanken auf Dusche, Bett und Frühstück nicht widerstehen und kam mit. Das Stück Straße bis Bad Harzburg zog sich noch ganz ordentlich. Gegen 22 Uhr kamen wir an, und konnten bei 2 Bier noch ein wenig Fussball gucken.

116,45 km und 2559 hm

Tag 12

Nun begann der ungemütliche Teil, nur wenige Kilometer weiter hatte ich es im letzten Jahr geschafft, bis ich gernervt, mit dem Wissen, dass die Zeit nicht reicht um die Ostsee zu erreichen, aufgab. Die Zeit sollte diesmal kein Problem werden. Die Strecke schon, ich bleibe auch jetzt dabei, im flachen ist die Lochplatte genauso unangenehm zu fahren, wie im Mittelgebirge. Es gibt zwar keine steile Rampen mehr, aber es kostet ordentlich Kraft auf ein, für ein flaches Stück, annehmliches Tempo zu kommen. Abschnitte in denen man Rollen lassen kann gibt es kaum, mich nervt das total, das ist einfach nicht mein Ding. Norbert fuhr mir dementsprechend davon, sonst hatte ich ihn immer stehen lassen. Highlight des Tages: Die Gedenkstätte Marienborn, inklusive auf dem Rastplatz Geisterfahrer spielen. Irgendwann traf ich wieder auf Norbert, in einem Nachbarort von Oebisfelde bekamen wir noch ein Hotelzimmer.

131,9 km und 893 hm

Tag 13

Anfangs war es noch ganz ok zu fahren, ein paar umgestürzte Bäume, an einer Stelle war an ein weiterkommen nicht wirklich zu denken: Rechts vom Weg eine Art Kanal, der vermutlich die Felder bewässert, von links waren auf einem über 100 m langen Stück reihenweise die Bäume auf den Weg gekippt, als wir umdrehten und uns einen anderen Weg suchten, kamen uns ein paar Pickups entgegen, scheinbar die Aufräumkolonne. Irgendwann wurde es richtig ungemütlich, sandiger Boden, Wurzeln, Pfützen und flach, richtig ätzend. Ich verstehe langsam, warum so viele Menschen im flachen mit E-Bikes unterwegs sind. Es macht sonst einfach keinen Spaß.
Wir fuhren bis Arendsee, wo wir in einem Hotel in einem schönen, alten Fachwerkhaus übernachteten.

IMG_0883.JPG

Da hatte der Sturm ordentlich zugeschlagen

131,89 km und 569 hm

Tag 14

Der Tag begann wieder mit viel flacher Langeweile. Norbert fuhr wieder weg, es ging am Atommüll Endlager Zwischenlager Gorleben vorbei. Ab Hitzacker waren wir wieder zusammen unterwegs. Nun folgte das wahrscheinlich schönste Stück nördlich des Brockens, es ging etwas weg von der Elbe, etwas Wald, ein paar Hügel und nette Wege inklusive ein paar einfacher Trails. So viel Spaß hatte ich gefühlte Ewigkeiten nicht mehr. Bei Bleckede ging es mit der Fähre über die Elbe. Bis Boitzenburg verlief der Track stur den Elberadweg entlang, ein echtes Highlight. Links der Deich, rechts langweiliges Landesinnere. Wer zum Teufel baut Flussradwege, bei denen man nicht mal einen Fluss sieht? Und wer zum Teufel fährt sowas längere Stücke? Wir übernachteten in Lauenburg in einem Hotel das noch komplett renoviert wurde, und eine Baustelle war. Dafür gab’s immerhin Elbblick.

128,18 km und 810 hm

Tag 15

Norbert hatte sich für heute einiges vorgenommen, er wollte nicht nur Priwall erreichen, sondern noch weiter bzw. zurück nach Lübeck in die Jugendherberge. Entsprechend fuhr er mir nach unserem Frühstück auf und davon und war nicht mehr gesehen. Zu Beginn gab es ein unschönes Stück, fast schulterhohes Gras und Brennesseln, danach war fast alles gut fahrbar. Viele schöne Radwege der Kategorie Waldautobahn, auch wenn es nicht mehr so viel Wald hatte. Es ging am Schaal-, Küchen- und Ratzeburgersee, teilweise auf sehr netten Wegen entlang, zwischendurch etwas Regen, die Kilometer zum Ziel wurden immer weniger. Kurz vor Schluss wurde es sogar nochmal hügelig, man glaubte kaum, dass man kurz vor der Ostsee war. Richtig schön durchs Grünzeug ging es auf den letzten Kilometern natürlich auch noch, wie es sich für die Grenzsteintrophy gehört, möchte man sagen. Es gab nochmal einen ordentlichen Regenguss, als ich gegen 19:45 Uhr am FKK Strand in Priwall ankam war es wieder trocken. Die letzten Meter am Strand zog mein Rad den Sand förmlich an wie ein Magnet. Was für eine Sauerei. Aber egal, ich genoß den Augenblick und gönnte mir das beim letzten Einkauf mitgenommene Bier. Ich schrieb Stefan eine SMS und fragte, ob er einen Tipp für eine Übernachtung hat. Bei gutem Wetter hätte man sich ja ein Plätzchen in den Dünen suchen können, aber es war weiterer Regen angekündigt. Stefan empfahl den Campingplatz in Ivendorf, dort angekommen wurde vor Einbruch der Dunkelheit schnell das Zelt aufgebaut. Danach gab’s noch etwas Bier und die letzten 30 Minuten vom EM-Spiel Wales gegen Belgien.

146,6 km und 1000 hm

Mehr Fotos gibt’s bei Flickr.

Grenzsteintrophy 2015 Fazit

Strecke

Zur Strecke im Detail habe ich ja schon einiges in den Berichten der einzelnen Etappen geschrieben. Mir fallen spontan 2 Stellen ein, die man meiner Meinung nach anders hätte gestalten sollen (Steinbruch, Unterholz an Tag 5). Jemand der sich als einer der ersten durch das Gestrüpp kämpfen musste, sieht das ggf. anders.
Aber sonst, alles machbar. Ok, es war heftig, steile Anstiege/Abfahrten, die es auch ohne Gepäck bzw. ohne Fahrrad in sich gehabt hätten. Teilweise ging es bei mir nur 5 – 10 m schieben, kurze Pause, wieder ein Stück schieben, etc.
Es gab ein paar Ecken, da musste man das Rad tragen, auch darüber kann man diskutieren. Mit Gepäck natürlich nicht schön, aber es ging, und aufs Gepäck hat man nun mal selbst Einfluss.
Ich würde gerne wissen, wie viel Zeit (bzw. Strecke) ich insgesamt mit Schieben verbracht habe. Gefühlt war es viel, aber nie wirklich lange. Also vielleicht maximal 30 Minuten am Stück schieben, meistens eher kürzer, diese kurzen, steilen Rampen.
Die Lochplatte selbst gab es in sämtlichen Variationen, von gut fahrbar, bis verdammt ich hasse dich… 4 Reihen Löcher, 3 Reihen Löcher, 3 Löcher, gar keine Löcher. Prinzipiell fand ich die flachen oder nur leicht ansteigenden Abschnitte am unangenehmsten. Auf einem normalen Weg kann man hier noch gut Tempo machen, aber auf schlecht fahrbarer Lochplatte geht es auf die Knochen. Richtig bergauf ist man so langsam, dass die Löcher nur bedingt ein Problem sind, oder man muss schieben, bergab kann man schön im Stehen fahren, und die Schläge durch Arme und Beine abfangen.

Fitness/Körper

Abgesehen von meinem Sturz am ersten Tag, hatte ich keine ernst zu nehmende Probleme. Die kürzeste Etappe war gut 60 km (Regentag), die längste 115 km, die Höhenmeter variierten zwischen 1000 und 2500 hm pro Tag, im Sattel saß ich 7 – 12 Stunden inkl. Pausen. Prinzipiell hatte ich damit keine Probleme, allerdings hatte ich nach dem langen 1. Tag Probleme zur Ruhe zu kommen, am 8. Tag, als wir bis 21:00 gefahren sind, war das aber kein Problem. Morgens waren die Beine Anfangs etwas schwer, aber nach den ersten Anstiegen/Kilometern habe ich davon nichts mehr gemerkt.
Ansonsten waren die langen Distanzen/vielen Höhenmeter kein Problem, letzteres sicher auch wegen des vielen Schiebens. Die Erfahrung habe ich auch vorher schon gemacht, wenn ich versuche jeden Anstieg zu fahren, fangen die Oberschenkel irgendwann an zu zwicken, bzw. ich bekomme Krämpfe, wenn ich nur lang genug fahre. Zwischendurch mal ein (steiles) Stück schieben schafft da Abhilfe, und viel langsamer ist man auch nicht.

Material/Fahrrad/Ausrüstung etc.

Ich gebe zu, eine Federgabel habe ich durchaus vermisst, vor allem auf den o.g. eher flachen Abschnitten, und auf der langen Abfahrt vom Brocken. Aber ansonsten würde ich für so eine Tour wieder zum Salsa Fargo tendieren, einfach aufgrund der vielen Optionen. Die untere Griffposition am Dropbar Lenker wurde nach jeweils ca. einem halben Tag eher unangenehm, aber die verwende ich eh nur, wenn’s technisch oder steil wird. Hier ist etwas Training angesagt, aber vom Fahrgefühl ist diese Position entgegen erster Annahmen gerade im Gelände sehr gut. Auch den Gepäckträger mit Packsack würde ich einer Satteltasche wie der Viscacha von Revelate Designs vorziehen (sowas ist auch in meinem Besitz). Das hält einfach besser, und wenn man schon Gepäckträgerösen hat…
Die Protection Variante der Reifen hat gehalten, keinen einzigen Plattfuß. Und bei dem Gewicht das man eh mit sich rumschleppt, macht das auch kaum einen Unterschied. Beim nächsten Mal bleiben eben die Ersatzschläuche zu Hause ;-).
So eben gehalten hat der Getränkehalter an der Unterseite des Unterrohrs, hier muss ich mir was anderes einfallen lassen. Ob ein Halter aus Plastik besser hält? Außerdem hatten diese PET Flaschen nach 1 – 1,5 Tagen ein Loch. Glücklicherweise habe ich es immer bemerkt. Irgendwann habe ich eine passende stabile Pfandflasche aus Plastik kaufen können (Mehrwegflasche). Im Discounter gibt es sowas nicht.

Flaschenhalter

Immerhin, er hat gehalten

Wie lange das noch gut gegangen wäre?

Wie lange das noch gut gegangen wäre?

Viele Gedanken habe ich mir vorher auch ums Schuhwerk gemacht. Jemand der mit Plattformpedalen fährt, sollte am besten Wanderschuhe tragen… Ich fahre mit Klickpedal, und hatte die Wahl zwischen einem wasserdichten Shimano Schuh, und einem Mavic, der etwas luftiger ist, gerade im Sommer angenehmer als der Shimano. Beides Tourenschuhe, laufen ist also mit beiden kein Problem. Ich habe mich für den Mavic entschieden, weil er im Sommer angenehmer ist, außerdem mag ich es nicht, wenn der Shimano bei Dauerregen mit Wasser vollläuft. Wasserdicht ist wasserdicht, trotz Gore Tex und co. Für Regen hatte ich wasserdichte Kniestrümpfe mit. Das hat sich soweit bewährt, abgesehen vom 1. Tag und den letzten beiden Tagen waren meine Schuhe zwar ständig nass, kalte Füße gab es an den Regentagen aber keine. Über Nacht sind die Schuhe auch fast vollständig getrocknet, aber sobald es wieder durch hohes nasses Gras ging… Einziges Problem mit den wasserdichten Strümpfen, man muss sie beidseitig trocknen. Ich denke, von den Dingern lege ich mir noch mindestens ein weiteres Paar zu, dann allerdings nur so lang, dass sie eben über den Knöchel gehen.
Was das Gehen in dem Schuh angeht, gibt es definitiv Verbesserungspotential, darauf werde ich beim nächsten Schuhkauf noch besser achten, aber so wirklich testen kann man es im Laden eh nicht. Jedenfalls habe ich mir keine Blasen o.ä. gelaufen.

Gepäck hatte ich natürlich zu viel dabei, aber lieber so wie umgekehrt. Ein paar Klamotten (2. Bike-Garnitur) bleiben das nächste Mal zu Hause, aber abends, nach der Tour, hätte ich für draußen durchaus auch noch was Langärmliges gebrauchen können… Ich muss auf jeden Fall versuchen, noch mehr Sachen am Rad zu verstauen, um auf den Rucksack zu verzichten. Ggf. noch einen kleinen Rucksack für Einkäufe, der aber, wenn er leer ist hinten auf dem Packsack befestigt werden kann.

Die Technik hat gehalten, meinem Garmin GPSMap haben Dauerregen und Gerüttel nichts ausgemacht. Auch bei meinem Sturz hat die Lenkerhalterung das Gerät am Lenker gehalten, im Gegensatz zu meinem Tacho. Die Lithium Batterien fürs Navi waren schon toll, schön leicht, und ich bin mit 8 problemlos 10 Tage gefahren. Die Umwelt erfreut das aber weniger, daher tendiere ich weiterhin eher zu Akkus und Ladegerät. Wenn es mal wirklich um den Platz fürs Ladegerät und Gewicht geht, sicher eine Alternative. Wolfgang hat pro Tag 2-4 normale Batterien verbraucht, da sind 2 Lithium Batterien für 2 – 3 Tage sicherlich besser. Grundsätzlich spiele ich auch mit dem Gedanken, mir ein Vorderrad mit Nabendynamo zuzulegen, dann könnte ich alles unterwegs Laden, und bin noch unabhängiger. Die Navigation hat prima funktioniert, abgesehen von ein paar GPS-Ungenauigkeiten, die man schon mal hat. Aber sonst war es auf dem Kolonnenweg i.R. einfacher wie sonst, wenn ich unterwegs bin, weil es oft eben nur diesen einen Weg gab. Da hat man anderswo in freier Wildbahn schneller einen falschen Abzweig o.ä. genommen.

Die wichtigste Frage, würde ich die GST nochmal fahren?
Definitiv ja, schon allein, um mal die komplette Strecke zu fahren. Aber es hat schon auch Spaß gemacht.

Eine nette kleine Rückschau mit Finisherliste und Stimmen der Teilnehmer gibt es hier: http://overnighter.de/2015/08/gst-2015/

Grenzsteintrophy Tag 10

Der Tag beginnt noch gut gelaunt, Frühstück um 7:00 Uhr, gutes Wetter, mal sehen was jetzt im Flachland so geht. Die ersten Kilometer fahren sich auch recht gut, rennradtaugliche Lochplatte ohne Löcher, aber irgendwann geht es doch wieder auf die Lochplatte.

Ein wahres Vergnügen, Lochplatte im Flachland...

Ein wahres Vergnügen, Lochplatte im Flachland…

Langsam kommen bei mir erste Zweifel, meine Motivation schwindet. Mein erstes Ziel, den Brocken zu erreichen habe ich geschafft, aber die Ostsee kann ich in der verbleibenden Zeit nicht mehr erreichen, noch ca. 450 km. Jetzt noch weiter im Flachland fahren? Wie weit und lange noch? Vielleicht wird die Strecke wieder interessanter, aber im Moment fühlt es sich fast so an, wie in Köln den Rhein entlang zu fahren. Ok, dass man kaum jemandem begegnet und nicht in der Stadt ist, macht es deutlich angenehmer, aber dafür ist die Lochplatte, über die es immer wieder mal geht, weiterhin kein Vergnügen… Das wäre für mich auch mit ein paar Tagen mehr Zeit kein leichtes Ausrollen zur Ostsee. Ich bummel noch etwas vor mich hin, nach gut 2 Stunden, 30 km und 87 (!) hm entscheide ich mich, die GST zu beenden. Ich fahre noch gut 20 km bis nach Helmstedt, es macht sich etwas Enttäuschung breit, dass der Urlaub nun so gut wie zu Ende ist. 5 Minuten vor Abfahrt das Zuges komme ich in Helmstedt an, immerhin das passt heute perfekt.

Weitere Fotos gibt es bei Flickr.

Tagesbilanz: 52,1 km, Anstieg 268 hm (auf dem GST Track: Gesamtzeit 2:08, Fahrzeit 1:58, Distanz 31,2 km, Anstieg 87 hm, Gesamtschnitt 14,6 km/h, Schnitt in Fahrt 16,0 km/h)

Strecke

Strecke

Höhenprofil

Höhenprofil

Grenzsteintrophy 2015 Tag 9

Im Zelt schlafe ich nicht ganz so gut, wie die Tage davor im Bett, die Bundesstraße in der Nähe sorgt zusätzlich für etwas Lärm, aber immerhin ist es auf dem Boden angenehm weich. Die Übernachtung auf hartem Boden in der Kleintierschänke lässt mich doch mit einer etwas komfortablere Isomatte liebäugeln…. Ich stehe um kurz vor 6 Uhr auf, es ist recht kühl, aber beim Zeltabbau und zusammen packen ist man immerhin etwas in Bewegung, gefrühstückt wird parallel dazu. Wolfgang will noch etwas liegen bleiben, ich breche um 7:00 Uhr auf. Das Wetter scheint heute wieder gut zu werden, und die Strecke lässt sich recht gut fahren, bis auf den Brocken sind es noch gut 50 km, vorher geht es über den Wurmberg. Nach ein paar Kilometern stelle ich auf Sommer um, Bein- und Armlinge aus, und auch die Sealskinz müssen heute nicht sein.

Skisprungschanze auf dem Wurmberg

Skisprungschanze auf dem Wurmberg

Am frühen Mittag wird langsam das Wasser knapp, an einem Cafe das mitten im Wald als POI eingezeichnet ist, habe ich kein Glück, also biege ich vor dem Anstieg auf den Wurmberg noch nach Braunlage ab. Dort nutze ich die Gelegenheit direkt zum Einkaufen. Der Anstieg zum Wurmberg wird abwechselnd fahrend und schiebend zurückgelegt. Parallel zu den Wegen sind ein paar MTB-Strecken angelegt, sieht nach einem Bikepark aus. Es begegnen mir auch ein paar andere Biker, aber das Volk hier scheint recht unfreundlich, jedenfalls werde ich nicht zurückgegrüßt. Das letzte Stück den Wurmberg hoch, kann ich fahren, ich mache kurz einen Abstecher an den Fuß der Skisprungschanze, ziehe mich etwas wärmer an, die Sonne will sich noch nicht richtig durchsetzen, und gehe die Abfahrt an. Diese ist recht schlammig und verwurzelt, der auf dem Navi eingezeichnete Weg parallel zum Track entpuppt sich als Kolonnenweg, aber der fährt sich besser. Als mir eine junge Frau in einem Seat (Ibiza oder Leon) entgegen kommt, gucke ich etwas erstaunt, damit hatte ich hier nicht gerechnet.

Brockenbahn

Brockenbahn

Nun geht es langsam den Brocken hoch, erst noch ein steileres Stück Kolonnenweg schieben, aber dann geht es parallel zur Brockenbahn auf einem Weg, den man ganz gemütlich fahren kann. Was hier an Menschenmassen rumläuft ist ein krasses Kontrastprogramm, zu den letzten Tagen. Das letzte Stück wird auf der Straße zurückgelegt, es wird nochmal steil, aber dank des Asphalts problemlos fahrbar. Das Wetter ist gut, aber die Menschenmassen hier laden nicht wirklich zum verweilen ein, ich ziehe mir 2 Banane rein, komme noch kurz mit einer Frau ins Gespräch, aber nach 15 Minuten auf dem Gipfel reicht es mir, jetzt geht es wieder runter. Auf der Abfahrt auf der anderen Seite geht es über den Kolonnenweg, hier ändert sich das Bild schlagartig, ein paar Meter unterhalb des Gipfels begegne ich vielleicht noch einer Handvoll Menschen. Die Abfahrt ist nicht ohne, immer wieder ein paar steile Stücke, an manchen Stellen tun sich zwischen den Lochplatten mehr oder weniger große Zwischenräume auf, wenn man dort mit vollen Tempo reinfährt… Ich bin aber eher langsam unterwegs, 2 Stürze reichen, und halte ab und zu mal an, Fotos machen, etwas Kraft tanken. Ohne Federgabel ist so eine lange Abfahrt eine ganz andere Herausforderung. Kurz vor der Eckertalsperre wird es besonders lustig, erst ein besonders angenehmer Wurzeltrail, danach ordentlich große Steine auf dem Weg direkt an der Talsperre. Das muss nach 1 Woche Lochplatte eigentlich nicht sein, vermutlich wollte uns der Scout zeigen, wie angenehm die Lochplatte doch ist.

Ein letzter Blick zum Brockengipfel

Ein letzter Blick zum Brockengipfel

Nachdem es über die Staumauer geht, gibt es an einem kleinen Brunnen frisches Trinkwasser, das Wasser läuft allerdings so langsam, dass das Auffüllen meiner Trinkblase ewig dauert. Nach einem kurzen Stück Straße geht es nochmal einen anspruchsvollen Trail runter, teilweise mit Schieben. Unten angekommen geht es ein wirklich schönes Bachtal entlang, der Abstieg hat sich gelohnt. Die nächsten Kilometer rollt es wirklich gut, es geht immer noch leicht bergab, kurz vor Stapelburg wieder ein nicht so schöner Wurzeltrail, der plötzlich endet, so dass man sich seinen Weg durchs Gebüsch schlage muss. Danach geht es eine Weile sehr gut, bis ich etwas später mitten in der Pampa stehe. Ganz normale Grenzsteintrophy… Zwischendurch meldet sich Wolfgang, er müsste eine knappe Stunde hinter mir sein. Wir besprechen, dass wir in Hornburg nach einer Übernachtungsmöglichkeit gucken, da danach erstmal nicht so viel kommt. Kurz vor Hornburg kommt ein kleiner Anstieg, nachdem es heute den Wurmberg und Brocken hoch ging, entpuppt sich dieser als echte Herausforderung. In Hornburg steuer ich an ein paar Hotels vorbei, erstmal die bei den POIs eingezeichnete Pension aufsuchen, die ist sogar Bett und Bike Betrieb, Zimmer sind noch genügend frei.

Abfahrt vom Brocken, zum Glück liegen die Lochplatten quer.

Abfahrt vom Brocken, zum Glück liegen die Lochplatten quer.

Prinzipiell hätte ich durchaus noch 2 Stunden fahren können, aber ich befürchte, ab jetzt wird es doch ziemlich flach. Und nach einer Nacht im Zelt ist eine kleine Pension, in einem kleinen schönen Ort auch nicht schlecht. Ich nutze die Zeit, um meine Klamotten zu waschen, muss auch mal sein. Abendessen gibt es beim Griechen, da die Pizzeria gerade schließen wollte.

Weitere Fotos gibt es bei Flickr.

Tagesbilanz: Gesamtzeit 11:20, Fahrzeit 8:54, Distanz 97,3 km, Anstieg 1713 hm, Gesamtschnitt 8,6 km/h, Schnitt in Fahrt 10,9 km/h, das erste Mal seit dem ersten Tag trockene Schuhe/Füße…

Strecke

Strecke

Höhenprofil

Höhenprofil

Grenzsteintrophy 2015 Tag 8

Der Start in den Tag verläuft heute besonders gut gelaunt, leckeres Frühstück, wenn alles normal läuft erreichen wir den Harz, die vorletzte Etappe in den Mittelgebirgen, und das Wetter soll von heute an besser werden. Von letzterem merkt man morgens noch nicht allzu viel, aber es ist trocken. Wolfgang und ich rollen von Sickenberg nach Bad Sooden-Allendorf, Proviant auffrischen. Aufgrund der positiven Wettervorhersage für die nächsten Tage, spiele ich schon morgens mit dem Gedanken, heute draußen im Wald zu übernachten. Schließlich soll das Mitschleppen des ganzen Zeugs nicht umsonst gewesen sein, Wolfgang kann sich auch mit dem Plan anfreunden.

Blick übers Werratal

Blick übers Werratal

Zu Beginn der heutigen Etappe gibt es noch ein paar „Warzen“ wie Björn die steilen Anstiege inkl. sofort folgender Abfahrt nannte. Aber danach läuft es richtig gut, der erste Tag seit gefühlten Ewigkeiten, an dem wir vorankommen. Über 8 km pro Stunde (inkl. Pausen), die Tage davor folgte beim Blick aufs Navi meist ein Kopfschütteln: „Schon 5 Stunden unterwegs, und grad mal 30 km gefahren.“

ab durchs Gras

ab durchs Gras

In meinem Übermut bleibe ich in einer Abfahrt zu lange auf dem Kolonnenweg, einen kleinen Anstieg hoch, inkl. 10 m schieben. Ich steige wieder aufs Rad, und stelle plötzlich fest, dass ich nicht mehr auf dem Track bin. Ein Blick aufs Navi sagt mir, kein Problem, wo ich jetzt schon hier oben bin, einfach weiterfahren, auf die Straße, dort in den Ort rollen, und schon bin ich wieder auf dem Track. Wolfgang ein Stück hinter (er musste den Berg noch hoch), ist anderer Meinung. Aber egal, ich bin nicht der Typ der umdreht, aus der aktuellen Situation das Beste machen, wie im Leben sonst auch, also fahre ich weiter. Wolfgang ist somit erstmal hinter mir, ich bin für die nächsten Stunden allein. Schon wegen meinem ganzen rumfotografieren bin ich insgesamt sowieso langsamer als er, irgendwann fährt er schon wieder zu mir auf. Es dauert aber doch bis zum Nachmittag, dass alleine fahren ist allerdings nicht schlimm. Es hat zudem den Vorteil, dass weder Wolfgang auf mich, noch ich auf Wolfgang warten muss. Das Wetter wird besser, unser Plan draußen zu übernachten steht, gegen 17:30 kommen wir an einem kleinen Edeka vorbei, und kaufen entsprechend ein.

Langsam ist auch der Brocken in Sichtweite, nicht direkt der Gipfel, aber die Türme, die darauf stehen. Irgendwann fahren wir an einem Hof vorbei, biegen etwas später rechts in einen Weg. Vom Hof ruft irgendwer, irgendwas recht unverständliches. Jedenfalls können wir dort nicht herfahren, wir suchen uns einen anderen Weg.

Brockenblick

Brockenblick

Wir fahren noch bis ca. 21:00 Uhr, dann erreichen wir eine Hütte an einem kleinen, recht ausgetrockneten Weiher, daneben eine kleine Kuhweide. Die Hütte ist an einer Seite offen, es steht ein Boot drin, es gibt ein paar Gartenstühle, hier bleiben wir. Ein benutzter Einweggrill ist auch noch da… Wir gönnen uns das mitgebrachte Bier und unser Abendbrot, ich baue schnell mein Zelt auf, bevor es dunkel wird. Geschätzt so gegen 22:00 – 22:30 Uhr verkriechen wir uns in unsere Schlafsäcke.

Schlafplatz

Schlafplatz

Weitere Fotos gibt es bei Flickr.

Tagesbilanz: Gesamtzeit 11:47, Fahrzeit 9:34, Distanz 103 km, Anstieg 2551 hm, Gesamtschnitt 8,7 km/h, Schnitt in Fahrt 10,8 km/h

Strecke

Strecke

Höhenprofil

Höhenprofil

Grenzsteintrophy 2015 Tag 7

Morgens das übliche Spiel, nach dem Einkaufen zurück auf den Track. Es geht ein Stück die A4 entlang, die Wartburg bei Eisenach ist in Sichtweite. Das Wetter erinnert heute eher an den April, bei Sonne geht es auf dem Kolonnenweg eine breite Schneise entlang, links und rechts Wiese, nach jeweils ca. 50-100 m kommt Wald. Keine 20 Minuten später strömender Regen, teilweise mit Hagel. Wolfgang kann sich noch rechtzeitig auf einen Hochsitz retten, ich bin einige 100 m hinter ihm. Da ich schon nass bin, fahre ich noch weiter, bis ich mein Fahrrad gut unterstellen kann, und besteige ebenfalls einen Hochsitz. Ich nutze die Pause zum Essen. Nachdem es aufgehört hat geht es weiter, ich stürze nochmal, in einer Abfahrt, die so steil ist, dass selbst der Kolonnenweg ein paar Kurven (Serpentinen kann man es nicht nennen, dazu ist der Weg immer noch zu steil) nimmt, rutscht mir auf nassem Moos das Vorderrad weg. Da ich recht langsam unterwegs bin, ist mir nichts passiert, dem Fargo auch nicht wirklich. Es geht Richtung Heldrastein, dieser liegt zwar nicht direkt am Track, aber die 400 m zusätzlichen Weg nehme ich trotz des schlechten Wetters auf mich. Die Aussicht hält sich entsprechend in Grenzen. Die Abfahrt wird bei strömendem Regen zu einem besonderen Vergnügen, der Trail ist total verschlammt, an einer Treppe mit rutschigen Holzstufen kann man noch nebenher vorbei fahren, bei der nächsten Treppe ist mir das dann aber auch zu heikel. Irgendwann bin ich unten angekommen und rolle die Werra entlang in einen Ort, dort wollte Wolfgang in einem Cafe warten. Das Cafe hatte zu, aber Wolfgang sitzt in der Nähe an einer Kreuzung, mittlerweile scheint wieder die Sonne.

Regenpause auf einem Hochsitz

Regenpause auf einem Hochsitz

Da ich etwas Probleme mit dem Hintern habe, trennen wir uns erstmal, ich fahre ein Stück im Tal den Radweg entlang, um in einen Rhythmus zu kommen, was auf dem Kolonnenweg bei ständigen auf und ab mit regelmäßigem Schieben bisher einfach nicht geklappt hat. Bei Wanfried fahre ich 2-3 km eine kleine Straße hoch zurück auf den Track. Oben angekommen begegnet mir Björn, der vom Track aus dem Wald kommt. In der nächsten Abfahrt ist er aber auch schon wieder weg, er verpasst den Abzweig von der Straße nach links zurück in den Wald. Nun läuft es bei mir wieder recht gut, das Stück Radweg im flachen hat gut getan. Bei einer Pause überholt mich Björn wieder, es gibt nochmal einen Regenschauer, aber der Tag endet wenigstens mit Sonne.

Schlechte Aussicht vom Heldrastein

Schlechte Aussicht vom Heldrastein

In der Nähe des Tracks sind ein paar Aussichtspunkte eingezeichnet, einen fahre ich an, ein sehr schöner Blick ins Tal, ein idealer Biwakplatz bei besserem Wetter… Gegen 18:00 Uhr ruft Wolfgang wie vereinbart an, er ist ca. 30 Minuten hinter mir, wir vereinbaren noch bis nach Bad Sooden-Allendorf zu fahren, kurz vorher in einem Ort ist eine Pension verzeichnet. Den Ort erreiche ich recht schnell, leider finde ist die Pension nicht am eingezeichneten Ort, ich drehe eine Runde, aber nichts. Doch dann finde ich sie, Ortsausgang, das Schild war von meiner Position nicht zu erkennen. Auf mein Klingeln reagiert leider niemand, ich gehe ums Haus und entdecke Schuhe, die mir verdächtig bekannt vorkommen. Die standen doch auch in Eussenhausen vor der Haustür, ich klingel nochmal, diesmal etwas länger. Es kommt jemand, noch ein Zimmer frei, perfekt. Während des Gesprächs mit der Gastgeberin kommt Björn die Treppe runter… Etwas später kommt Wolfgang, es gibt nochmal einen kleinen Regenschauer, aber das stört jetzt nicht mehr.

Bei dieser Aussicht lässt es sich bestimmt gut biwakieren

Bei dieser Aussicht lässt es sich bestimmt gut biwakieren

Zum Abendessen gibt es „nur“ eine Brotzeit, mit selbst gebackenem Brot, leckerer Wurst und Käse, wir drei nehmen eine doppelte Portion. Den Abend lassen wir bei hervorragendem Bio-Weißbier ausklingen, eine bessere Übernachtungsmöglichkeit hätte man nicht kriegen können.

Weitere Fotos gibt es bei Flickr.

Tagesbilanz: Gesamtzeit 9:47, Fahrzeit 7:01, Distanz 67 km, Anstieg 1824 hm, Gesamtschnitt 6,9 km/h, Schnitt in Fahrt 9,5 km/h
(ich hatte 5 km weniger als Wolfgang auf dem Tacho, Höhenmeter waren fast identisch)

Strecke

Strecke

Höhenprofil

Höhenprofil

Grenzsteintrophy 2015 Tag 6

Frühstück, Rad fertig bepacken und Abfahrt, mittlerweile Alltag, ich könnte mich dran gewöhnen. In Geisa kaufen wir noch etwas Verpflegung, am Point Alpha kommen wir zurück auf den GST-Track, hier ist recht viel los. Nach ein paar Fotos fahren wir weiter, schon bald erblicken wir am Horizont unseren heutigen Begleiter, den Kaliberg bei Philippsthal. Bei dem trüben Wetter erkennt man ihn noch nicht ganz so gut.

Point Alpha

Point Alpha

Unterwegs treffen wir nochmal 2 „neue Gesichter“, Dieter und Sohn, die beiden habe ich zuletzt am 1. Tag bei der Mittagspause in Blankenstein getroffen. Sie sind aber schnell wieder weg, nachdem ich vorne die Bremsbeläge wechseln muss. Gegen Mittag kommen wir am Kaliberg an, bei unserer Mittagspause kommt Björn vorbei. Später begegnet uns noch Katja, die uns auf einem kurzen Stück Straße entgegen kommt. Sie hat der Lochplatte den Rücken gekehrt, und fährt nun so Richtung Ostsee. (Und kommt auch an.)

Bei dem Wetter gut getarnt, der Kaliberg bei Philippsthal

Bei dem Wetter gut getarnt, der Kaliberg bei Philippsthal

Nachmittags fängt es wieder stärker an zu regnen, der Kaliberg ist immer noch in Sichtweite, vermutlich ist es nicht mehr der bei Philippsthal, sondern der bei Heringen. Wir fahren bis nach Herleshausen, wo wir in einer Regenpause ankommen. Das erste Hotel hat zu, eine Pension Radlertreff oder so ähnlich hat nichts mehr frei. Aber gegenüber bietet noch jemand Zimmer/Ferienwohnungen an, per Telefon klärt Wolfgang alles. Unser Vermieter fährt uns später sogar in ein anderes Restaurant/Hotel am anderen Ende des Ortes, denn nur dort bekommen wir noch etwas zu Essen. Etwas später steht plötzlich Dieter in der Gaststube, noch auf Zimmersuche. Er beschwert sich etwas über die Preise…
Den ca. 1 km langen Rückweg bestreiten wir zu Fuß, natürlich im strömenden Regen… Egal, meine Schuhe sind eh noch nass.

Grenzturm vorm Kaliberg

Grenzturm vorm Kaliberg

Nicht wirklich ein Hindernis

Nicht wirklich ein Hindernis

Weitere Fotos gibt es bei Flickr.

Tagesbilanz: Gesamtzeit 8:54, Fahrzeit 6:37, Distanz 71,1 km, Anstieg 1588 hm, Gesamtschnitt 8,0 km/h, Schnitt in Fahrt 10,7 km/h

Strecke

Strecke

Höhenprofil

Höhenprofil