Winterbiken

Ich liebe es, im Winter Mountainbike zu fahren. Kalte, sonnige Tage, am liebsten im Schnee, so macht es richtig Spass. Leider ist dieser Winter so gar nicht nach meinem Geschmack, eher nass und kühl, und Schnee gibt’s in Köln eh kaum, dafür müsste ich ein paar Kilometer raus ins Bergische, oder noch besser, in die Eifel…

Am letzten Samstag gab es mal eine Ausnahme, den ganzen Tag war Sonne angekündigt, und so wurde es auch. Also habe ich mich am späten Vormittag in den Zug Richtung Trier gesetzt und bin nach Nettersheim gefahren. (Alternativ kann man auch nur bis Kall fahren, und von dort starten. Ich bevorzuge aber meistens Nettersheim, den Halt finde ich sympathischer, und falls man unterwegs Probleme bekommt, kann man die Tour in Kall nach 20 km abbrechen.) Für dort habe ich in meiner GPX-Sammlung eine kleine Runde (knapp 35 km und um die 850 hm) mit ein paar schönen Trails, genau die richtige Länge für eher kalte Tage. Es gab teilweise sogar noch etwas Schnee unter die Stollen.

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So macht Winter Spass, Sonne und sogar noch etwas Schnee

Für diese Jahreszeit ließ sich die Strecke gut fahren, es war nicht zu verschlammt, auf den vereisten Abschnitten war allerdings besondere Vorsicht geboten. Aber alles kein Problem. Anstrengend war es allerdings schon, das erste Mal seit langem wieder mit dem Singlespeed ordentlich Höhenmeter gesammelt.
In der Sonne war es sogar warm genug für eine kleine Pause inkl. Snack und Tee. Sonst habe ich für etwas Abwechslung vom Lei(s)tungswasser irgendeine Limo dabei, Tee war diesmal aber die bessere Wahl.

 

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Sonne tanken bei einer Pause

Eine der letzten Trailabfahrten musste ich auslassen, den Anstieg davor wollten die Beine einfach nicht mitmachen. Stattdessen bin ich im Tal an der Urft entlang gefahren. Einen letzten Bogen vor Nettersheim hätte ich mir auch besser gespart, es wurde plötzlich nochmal richtig schlammig, da wäre ich besser auf dem befestigten Wirtschaftsweg geblieben. Aber so lohnt es sich mal, das Fahrrad richtig zu waschen.

Bei GPSies gibt es die GPS-Daten zur Tour: MTB Runde Nettersheim

Zahlensalat 2015 – Ziele 2016?

Kurz mal ein statistischer Jahresrückblick:

Ich bin 2015 insgesamt 7.212,36 km mit dem Fahrrad gefahren, dabei habe ich mehr als 47.313 hm zurückgelegt. (Bis Oktober habe ich die Höhenmeter nur bei MTB Touren gemessen, mittlerweile habe ich den Garmin Edge 20 immer dabei, daher mehr als 47.313.)

Die Kilometer verteilen sich wie folgt auf meine Fahrräder:

  1. Salsa Fargo 5.911,65 km
  2. On One Inbred SSP 570,45 km
  3. Meride One-Twenty 541,35 km
  4. Radon TCS 9 185,91 km

+ 3 km mit so einem KVB Bikesharing Dingen…

 

Etwas interessanter der Grund der Fahrten:

  1. Fahrten zur Arbeit 3.925,45 km
  2. MTB Touren 2.370,31 km
  3. Sonstige Radtouren/Trainingsfahrten 554,44 km
  4. Einkaufen (Supermarkt, Bäcker, …) 352,81 km
  5. Sonstiges 9,35

Die Fahrten zur Arbeit und zum Einkaufen wurden regelmäßig, je nach Lust und Laune verlängert, so dass eigentlich Radtour/Training mit der Arbeit oder Einkaufen verbunden wurde. Diese Kilometer habe ich allerdings unter Arbeit bzw. Einkaufen gezählt.

 

Meine Ziele für 2016? Also ganz klar, erstmal gesund und fit bleiben, denn nur dann kann ich weiterhin viel mit dem Fahrrad fahren. Man weiß ja nie, was passiert, und ob ich weiterhin so viel fahren kann. Kilometermäßig würde ich gerne die 10.000 km Marke knacken, aber wer weiß, ob das klappt…
Insofern ist mein Ziel für 2016 eigentlich, an so vielen Tagen wie möglich mit dem Fahrrad zu fahren. Außerdem möchte ich wieder eine längere mehrtägige Tour machen (evtl. wieder die Grenzsteintrophy, nur diesmal mit mehr Zeit, um die Ostsee zu erreichen), aber da habe ich mich noch nicht entschieden. Und ein paar kürzere Touren mit 1-2 Übernachtungen soll es auch geben.

Rückblick: Mit dem Rad zur Arbeit

Die Fahrradsaison bzw. das Jahr neigt sich dem Ende zu, passender Zeitpunkt um auf das vergangene Jahr zurückzublicken. In diesem Fall genauer gesagt auf die letzten gut 10 Monate, seit dem ich mit dem Fahrrad zur Arbeit, und somit fast täglich, fahre.

Seit Mitte/Ende Februar fahre ich nun mit dem Fahrrad zur Arbeit, täglich, bis auf eine Ausnahme: Wenn ich mich richtig erinnere war es ein Tag im April, es gab eine Sturmwarnung und war entsprechend stürmisch. Da habe ich lieber darauf verzichtet, aber sonst ist das Wetter (bisher) kein Problem. Kalt ist es ja eh kaum gewesen und viel Regen gab es auch nicht. Davon abgesehen ist ungemütliches Wetter mit Regen auf kurzen Strecken, wo man 30 – 90 Minuten unterwegs ist gar kein Problem. Da zieht man zur Not die Regenklamotten an (kurze oder 3/4 -Regenhose, Windweste oder, wenn es zu kalt ist die Regenjacke) und gut ist. Mir macht das Ganze dann eigentlich erst richtig Spaß, mein Weg zur Arbeit ist ja doch recht unspektakulär. Auch die Tage an denen es mal kühler war, empfand ich als sehr angenehm, gerade morgens die kühle, frische Luft, nach ca. 10 Minuten hat man sich warm gefahren, und kommt schön warm und gut gelaunt im Büro an.

Die kürzeste Strecke (knapp 5 km) fahre ich mittlerweile eigentlich nur noch, wenn ich es eilig habe. Ich bevorzuge eine etwas längere Strecke, bei der ich erst einen kleinen Bogen mache, und dann den Rhein entlang. Morgens sind es etwa 9 km, zurück verlängere ich die Strecke noch, da sind es mindestens 11 km.

Der Autoverkehr hält sich zum Glück in Grenzen, bisher habe ich bis auf 1 – 2 Ausnahmen gar keine schlechten Erfahrungen mit Autos gemacht. Radfahrer fallen da schon eher negativ auf: im Dunkeln kein Licht, Geisterfahrer, bei Rot über die Ampel… Typen, die über den Radweg oder sogar einen gemeinsamen Rad- und Fußweg heizen, als wäre niemand anderes dort unterwegs. Und wer nicht sofort Platz macht wird noch ordentlich angemault. Grundsätzlich habe ich das Gefühl, wir Radfahrer sind nicht anders wie Autofahrer bzw. andere Verkehrsteilnehmer, egoistisch und zumindest teilweise aggressiv unterwegs. Da will ich mich auch gar nicht rausnehmen, auf andere Rücksicht zu nehmen fällt nicht immer so leicht. Aber wenn man es macht, ist man wesentlich entspannter unterwegs. Frust ablassen kann man dann, wenn die Situation es zulässt oder auf der Straße, einfach mal ordentlich in die Pedale treten.

Ich bin gespannt, wie das nächste Jahr wird. Wettertechnisch fand ich dieses Jahr eigentlich sehr gut, im Sommer nicht zu warm, wenig Regen, perfekt zum Fahrrad fahren. Wobei ich nicht weiß, ob es im Vergleich zu anderen Jahren so war, oder ob sich durch das tägliche fahren nur meine Wahrnehmung geändert hat. Jedenfalls denke ich jetzt immer, so schlecht ist das Wetter gar nicht, wie man sonst immer denkt. Der Winter ist natürlich enttäuschend, ich hoffe, es gibt im Januar und/oder Februar noch ein paar Tage Schnee. Und ein paar richtig kalte Tage mit viel Sonnenschein, vorzugsweise am Wochenende.

Es werde Licht

Vor gut 2 Monaten habe ich mein Salsa Fargo, das ich für die Fahrt zur Arbeit und auch sonst im Alltag nutze, fit für die dunkle Jahreszeit gemacht. Eine Lösung mit Akkulicht kam für mich nicht wirklich in Frage, also habe ich mir bei Komponentix einen neuen Laufradsatz, vorne mit Nabendynamo, gegönnt. Das war nicht ganz so günstig, aber dafür wurden meine speziellen Wünsche (breite Felge, möglichst stabil und Nabendynamo) erfüllt. Die Laufräder machen nach 2 Monaten Dauereinsatz einen guten Eindruck, aber darüber will ich hier nicht schreiben (evtl. in einem weiteren Blogeintrag). Mit dem Nabendynamo habe ich zusätzlich die Möglichkeit, auf einer mehrtägigen Tour mit Hilfe eines Dynamoladers meine elektronischen Geräte bzw. einen Akkupack zu laden. Das gehe ich aber erst im nächsten Jahr an.

Konkreter war da die Frage des Scheinwerfers. Also habe ich mich im Internet durch einige Tests geklickt, besonders interessant sind dafür Tests in denen die Ausleuchtung der einzelnen Scheinwerfer per Foto dargestellt wird. Ich hatte recht schnell zwei Favoriten, der eine eher günstig und pragmatisch, der andere war teurer und auch was fürs Auge. Ich habe mich dann für letzteren entschieden, den Supernova E3 Pro 2, das passende Rücklicht habe ich mir ebenfalls dazu gekauft. Beides im Vergleich zur UVP günstig bei Amazon bekommen. Wichtig war ein Licht mit Ein-/Ausschalter, da Licht und Dynamolader gleichzeitig nicht so gut funktioniert.

Die Montage war ganz einfach, auch ohne Vorkenntnisse was Elektrik angeht. Beim Rücklicht sollte man, je nachdem wo man ihn montieren möchte, auf den Kabelausgang achten. Den gibt es nach hinten oder nach unten (für den Gepäckträger besser geeignet). Nicht so gut finde ich die Schrauben mit denen der Frontscheinwerfer in der Neigung fixiert wird. Der Innensechskant ist nicht sehr tief, und man muss aufpassen, dass man den Schraubenkopf nicht total verhunzt. Da hätte ich für das Geld besseres erwartet, die Zeit wird zeigen, wie gut sich das ganze hält. Außerdem fehlte eine Anleitung, mit welcher Neigung man den Frontscheinwerfer am besten einstellt, um eine möglichst gute Ausleuchtung zu haben, den Gegenverkehr aber möglichst wenig zu blenden. Das kennt ja sicherlicht jeder, entgegenkommende Radfahrer, deren Licht total blendet.
Bei der Montage des Rücklichts sollte man sich lieber etwas mehr Spielraum bezüglich der Kabellänge lassen. Das war bei mir doch recht knapp, aber es passte ganz genau.

Eine recht anschauliche Beschreibung zur richtigen Neigung des Frontscheinwerfers habe ich hier gefunden: http://fahrradbeleuchtung-info.de/fahrradscheinwerfer-richtig-einstellen
Ich habe mich allerdings auch nicht ganz daran gehalten, und den Lichtkegel etwas höher eingestellt, weil ich die Reichweite so doch recht gering fand. Ich hoffe es passt so, beschwert hat sich bisher noch niemand. Theoretisch könnte ich den Scheinwerfer auch so einstellen, dass er (geschätzt) durchaus 100 m weit leuchtet, aber dann blende ich garantiert den Gegenverkehr. Ansonsten habe ich nichts dran auszusetzen, die Ausleuchtung ist top und mir gefällt es optisch sehr gut. Das Rücklicht ist recht klein, aber trotzdem sehr hell. Anzumerken ist noch, dass das Standlicht nach dem Ausschalten der Lampe weiter leuchtet, bis kein Strom mehr da ist. Damit habe ich kein Problem, aber ich denke, dass kann man sicherlich anders lösen.
Eigentlich fällt mir nur ein Nachteil ein: wie es bei einer fest installierten Lampe nunmal ist, der Scheinwerfer leuchtet nur in die Richtung, in die man fährt/lenkt. Dementsprechend muss man Kurven vorsichtig, bzw. bei längeren Fahrten in der Dunkelheit weiterhin mit Helmlampe fahren.

Mountainbiken in und um Köln

Als ich vor 4-5 Jahre mit dem Mountainbike fahren angefangen habe, stellte sich mir die Frage, wo ich in/um Köln überhaupt fahren kann. Es ist hier ja doch ziemlich flach und langweilig, und in der Tat, das Thema Feierabendrunde gestaltet sich nicht ganz so einfach. Erstmal ein gutes Stück Anfahrt über die Straße/Radweg, kein Vergleich z.B. mit Siegen, wo man selbst vom Zentrum innerhalb weniger Minuten im Wald ist, und natürlich direkt Berge hat. Zudem ist man mit einem Mountainbike an den meisten Ecken ziemlich „oversized“, sprich, dass meiste kann man auch mit einem Cross- oder Trekkingbike fahren.

Mich zieht es, wenn ich hier los fahre, eigentlich immer in den Königsforst und die Wahner Heide, das sind erstmal 8-9 km Anfahrt auf der Straße (ca. 30 min). Im Königsforst selbst gibt es dann ein paar Hügel (u.a. den höchsten Berg Kölns Monte Troodelöh), viel Waldautobahn, und ein paar Trails. Der Übergang ins Bergische ist fließend, dort wird es interessanter, wenn man etwas mehr Zeit mitbringt. Aber auch im Königsforst kann man, wenn man fürs Training jeden Hügel mitnimmt, ein paar Höhenmeter sammeln. Zuletzt war ich dort aber eher selten unterwegs, im Winter für eine kurze Runde evtl. wieder etwas häufiger.

Im Internet habe ich häufiger vom Stadtwald gelesen, da ich dafür aber auf die andere Rheinseite muss, und die Anfahrt ähnlich weit wie zum Königsforst ist, bin ich dort nie gewesen. Erst nach dem Fahrtechniktraining am Rheinenergiestadion habe ich den Stadtwald mal etwas erkundet. Auch hier gilt, man ist meistens ziemlich „oversized“. Es gibt ein paar Hügel und Trails, bei letzteren muss man allerdings aufpassen, es könnte auch nur ein Trampelpfad der als „Toilette“ dient sein. Eine wirkliche Alternative ist der Stadtwald für mich allerdings nicht, da bevorzuge ich richtigen, zusammenhängenden Wald im Königsforst. Interessant könnte der Stadtwald evtl. in Sachen Freeride/Enduro sein, oben auf den Hügeln habe ich schon ein paar Trails gesehen, die dann mit Hindernissen o.ä. bebaut waren. Aber das ist nichts für mich, und aufgrund der Topografie natürlich auch nur begrenzt möglich. Wie gut oder schlecht das funktioniert, kann ich nicht beurteilen.

Das gute an Köln, am Wochenende ist man schnell mit dem Zug in der Eifel, im Bergischen, Rhein-Sieg-Kreis, Siebengebirge, Ahrtal, auch ins Siegerland ist es nicht wirklich weit. Das Siebengebirge meide ich am Wochenende, besonders bei gutem Wetter, allerdings eher. Da ist aufgrund der Nähe zu Bonn und Köln recht viel los. Da ich seit einiger Zeit ein Jobticket habe, ist es kein wirkliches Problem mehr, für eine kurze 2-3 Stunden Tour etwas weiter raus zu fahren. Das waren sonst um die 15-20 Euro nur für die Bahnfahrt…

Aktuell bin ich häufiger in der Eifel unterwegs, die Züge sind am Wochenende zwar sehr voll (auch das Fahrradabteil), aber wenn man mit dem MTB unterwegs ist merkt man davon nicht mehr sehr viel. Evtl. noch auf dem Eifelsteig, oder z.B. am Rursee, aber diese Ecken kann man meiden.

Letztendlich kann man in und um Köln schon ein bisschen was machen, ich empfehle aber trotzdem, wenn man die Zeit hat, die o.g. etwas entfernteren Ecken anzufahren. So wird’s dann auch nicht langweilig, wenn es aufgrund von Zeitmangel oder der Witterung nur für eine kurze Runde im Königsforst oder Stadtwald reicht.

Grenzsteintrophy 2015 Fazit

Strecke

Zur Strecke im Detail habe ich ja schon einiges in den Berichten der einzelnen Etappen geschrieben. Mir fallen spontan 2 Stellen ein, die man meiner Meinung nach anders hätte gestalten sollen (Steinbruch, Unterholz an Tag 5). Jemand der sich als einer der ersten durch das Gestrüpp kämpfen musste, sieht das ggf. anders.
Aber sonst, alles machbar. Ok, es war heftig, steile Anstiege/Abfahrten, die es auch ohne Gepäck bzw. ohne Fahrrad in sich gehabt hätten. Teilweise ging es bei mir nur 5 – 10 m schieben, kurze Pause, wieder ein Stück schieben, etc.
Es gab ein paar Ecken, da musste man das Rad tragen, auch darüber kann man diskutieren. Mit Gepäck natürlich nicht schön, aber es ging, und aufs Gepäck hat man nun mal selbst Einfluss.
Ich würde gerne wissen, wie viel Zeit (bzw. Strecke) ich insgesamt mit Schieben verbracht habe. Gefühlt war es viel, aber nie wirklich lange. Also vielleicht maximal 30 Minuten am Stück schieben, meistens eher kürzer, diese kurzen, steilen Rampen.
Die Lochplatte selbst gab es in sämtlichen Variationen, von gut fahrbar, bis verdammt ich hasse dich… 4 Reihen Löcher, 3 Reihen Löcher, 3 Löcher, gar keine Löcher. Prinzipiell fand ich die flachen oder nur leicht ansteigenden Abschnitte am unangenehmsten. Auf einem normalen Weg kann man hier noch gut Tempo machen, aber auf schlecht fahrbarer Lochplatte geht es auf die Knochen. Richtig bergauf ist man so langsam, dass die Löcher nur bedingt ein Problem sind, oder man muss schieben, bergab kann man schön im Stehen fahren, und die Schläge durch Arme und Beine abfangen.

Fitness/Körper

Abgesehen von meinem Sturz am ersten Tag, hatte ich keine ernst zu nehmende Probleme. Die kürzeste Etappe war gut 60 km (Regentag), die längste 115 km, die Höhenmeter variierten zwischen 1000 und 2500 hm pro Tag, im Sattel saß ich 7 – 12 Stunden inkl. Pausen. Prinzipiell hatte ich damit keine Probleme, allerdings hatte ich nach dem langen 1. Tag Probleme zur Ruhe zu kommen, am 8. Tag, als wir bis 21:00 gefahren sind, war das aber kein Problem. Morgens waren die Beine Anfangs etwas schwer, aber nach den ersten Anstiegen/Kilometern habe ich davon nichts mehr gemerkt.
Ansonsten waren die langen Distanzen/vielen Höhenmeter kein Problem, letzteres sicher auch wegen des vielen Schiebens. Die Erfahrung habe ich auch vorher schon gemacht, wenn ich versuche jeden Anstieg zu fahren, fangen die Oberschenkel irgendwann an zu zwicken, bzw. ich bekomme Krämpfe, wenn ich nur lang genug fahre. Zwischendurch mal ein (steiles) Stück schieben schafft da Abhilfe, und viel langsamer ist man auch nicht.

Material/Fahrrad/Ausrüstung etc.

Ich gebe zu, eine Federgabel habe ich durchaus vermisst, vor allem auf den o.g. eher flachen Abschnitten, und auf der langen Abfahrt vom Brocken. Aber ansonsten würde ich für so eine Tour wieder zum Salsa Fargo tendieren, einfach aufgrund der vielen Optionen. Die untere Griffposition am Dropbar Lenker wurde nach jeweils ca. einem halben Tag eher unangenehm, aber die verwende ich eh nur, wenn’s technisch oder steil wird. Hier ist etwas Training angesagt, aber vom Fahrgefühl ist diese Position entgegen erster Annahmen gerade im Gelände sehr gut. Auch den Gepäckträger mit Packsack würde ich einer Satteltasche wie der Viscacha von Revelate Designs vorziehen (sowas ist auch in meinem Besitz). Das hält einfach besser, und wenn man schon Gepäckträgerösen hat…
Die Protection Variante der Reifen hat gehalten, keinen einzigen Plattfuß. Und bei dem Gewicht das man eh mit sich rumschleppt, macht das auch kaum einen Unterschied. Beim nächsten Mal bleiben eben die Ersatzschläuche zu Hause😉.
So eben gehalten hat der Getränkehalter an der Unterseite des Unterrohrs, hier muss ich mir was anderes einfallen lassen. Ob ein Halter aus Plastik besser hält? Außerdem hatten diese PET Flaschen nach 1 – 1,5 Tagen ein Loch. Glücklicherweise habe ich es immer bemerkt. Irgendwann habe ich eine passende stabile Pfandflasche aus Plastik kaufen können (Mehrwegflasche). Im Discounter gibt es sowas nicht.

Flaschenhalter

Immerhin, er hat gehalten

Wie lange das noch gut gegangen wäre?

Wie lange das noch gut gegangen wäre?

Viele Gedanken habe ich mir vorher auch ums Schuhwerk gemacht. Jemand der mit Plattformpedalen fährt, sollte am besten Wanderschuhe tragen… Ich fahre mit Klickpedal, und hatte die Wahl zwischen einem wasserdichten Shimano Schuh, und einem Mavic, der etwas luftiger ist, gerade im Sommer angenehmer als der Shimano. Beides Tourenschuhe, laufen ist also mit beiden kein Problem. Ich habe mich für den Mavic entschieden, weil er im Sommer angenehmer ist, außerdem mag ich es nicht, wenn der Shimano bei Dauerregen mit Wasser vollläuft. Wasserdicht ist wasserdicht, trotz Gore Tex und co. Für Regen hatte ich wasserdichte Kniestrümpfe mit. Das hat sich soweit bewährt, abgesehen vom 1. Tag und den letzten beiden Tagen waren meine Schuhe zwar ständig nass, kalte Füße gab es an den Regentagen aber keine. Über Nacht sind die Schuhe auch fast vollständig getrocknet, aber sobald es wieder durch hohes nasses Gras ging… Einziges Problem mit den wasserdichten Strümpfen, man muss sie beidseitig trocknen. Ich denke, von den Dingern lege ich mir noch mindestens ein weiteres Paar zu, dann allerdings nur so lang, dass sie eben über den Knöchel gehen.
Was das Gehen in dem Schuh angeht, gibt es definitiv Verbesserungspotential, darauf werde ich beim nächsten Schuhkauf noch besser achten, aber so wirklich testen kann man es im Laden eh nicht. Jedenfalls habe ich mir keine Blasen o.ä. gelaufen.

Gepäck hatte ich natürlich zu viel dabei, aber lieber so wie umgekehrt. Ein paar Klamotten (2. Bike-Garnitur) bleiben das nächste Mal zu Hause, aber abends, nach der Tour, hätte ich für draußen durchaus auch noch was Langärmliges gebrauchen können… Ich muss auf jeden Fall versuchen, noch mehr Sachen am Rad zu verstauen, um auf den Rucksack zu verzichten. Ggf. noch einen kleinen Rucksack für Einkäufe, der aber, wenn er leer ist hinten auf dem Packsack befestigt werden kann.

Die Technik hat gehalten, meinem Garmin GPSMap haben Dauerregen und Gerüttel nichts ausgemacht. Auch bei meinem Sturz hat die Lenkerhalterung das Gerät am Lenker gehalten, im Gegensatz zu meinem Tacho. Die Lithium Batterien fürs Navi waren schon toll, schön leicht, und ich bin mit 8 problemlos 10 Tage gefahren. Die Umwelt erfreut das aber weniger, daher tendiere ich weiterhin eher zu Akkus und Ladegerät. Wenn es mal wirklich um den Platz fürs Ladegerät und Gewicht geht, sicher eine Alternative. Wolfgang hat pro Tag 2-4 normale Batterien verbraucht, da sind 2 Lithium Batterien für 2 – 3 Tage sicherlich besser. Grundsätzlich spiele ich auch mit dem Gedanken, mir ein Vorderrad mit Nabendynamo zuzulegen, dann könnte ich alles unterwegs Laden, und bin noch unabhängiger. Die Navigation hat prima funktioniert, abgesehen von ein paar GPS-Ungenauigkeiten, die man schon mal hat. Aber sonst war es auf dem Kolonnenweg i.R. einfacher wie sonst, wenn ich unterwegs bin, weil es oft eben nur diesen einen Weg gab. Da hat man anderswo in freier Wildbahn schneller einen falschen Abzweig o.ä. genommen.

Die wichtigste Frage, würde ich die GST nochmal fahren?
Definitiv ja, schon allein, um mal die komplette Strecke zu fahren. Aber es hat schon auch Spaß gemacht.

Eine nette kleine Rückschau mit Finisherliste und Stimmen der Teilnehmer gibt es hier: http://overnighter.de/2015/08/gst-2015/

Grenzsteintrophy Tag 10

Der Tag beginnt noch gut gelaunt, Frühstück um 7:00 Uhr, gutes Wetter, mal sehen was jetzt im Flachland so geht. Die ersten Kilometer fahren sich auch recht gut, rennradtaugliche Lochplatte ohne Löcher, aber irgendwann geht es doch wieder auf die Lochplatte.

Ein wahres Vergnügen, Lochplatte im Flachland...

Ein wahres Vergnügen, Lochplatte im Flachland…

Langsam kommen bei mir erste Zweifel, meine Motivation schwindet. Mein erstes Ziel, den Brocken zu erreichen habe ich geschafft, aber die Ostsee kann ich in der verbleibenden Zeit nicht mehr erreichen, noch ca. 450 km. Jetzt noch weiter im Flachland fahren? Wie weit und lange noch? Vielleicht wird die Strecke wieder interessanter, aber im Moment fühlt es sich fast so an, wie in Köln den Rhein entlang zu fahren. Ok, dass man kaum jemandem begegnet und nicht in der Stadt ist, macht es deutlich angenehmer, aber dafür ist die Lochplatte, über die es immer wieder mal geht, weiterhin kein Vergnügen… Das wäre für mich auch mit ein paar Tagen mehr Zeit kein leichtes Ausrollen zur Ostsee. Ich bummel noch etwas vor mich hin, nach gut 2 Stunden, 30 km und 87 (!) hm entscheide ich mich, die GST zu beenden. Ich fahre noch gut 20 km bis nach Helmstedt, es macht sich etwas Enttäuschung breit, dass der Urlaub nun so gut wie zu Ende ist. 5 Minuten vor Abfahrt das Zuges komme ich in Helmstedt an, immerhin das passt heute perfekt.

Weitere Fotos gibt es bei Flickr.

Tagesbilanz: 52,1 km, Anstieg 268 hm (auf dem GST Track: Gesamtzeit 2:08, Fahrzeit 1:58, Distanz 31,2 km, Anstieg 87 hm, Gesamtschnitt 14,6 km/h, Schnitt in Fahrt 16,0 km/h)

Strecke

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Höhenprofil

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